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Wohnen in Flüchtlingsunterkunft ist in Haan für Selbstzahler teuer

NRW : Teures Wohnen in der Unterkunft

Zwischen 15 und 21 Euro pro Quadratmeter müssen Nutzer der städtischen Flüchtlingsunterkünfte in Haan aufbringen, wenn sie Geld verdienen und somit zu Selbstzahlern werden. Das gilt für jeden zehnten Bewohner.

Da mussten einige Mitglieder des Integrationsausschusses erst einmal tief durchatmen. Zwischen 15 und 21 Euro pro Quadratmeter müssen Nutzer der städtischen Flüchtlingsunterkünfte in Haan künftig bezahlen, wenn sie erwerbstätig sind und somit selber für ihre Unterbringung aufkommen. Das teilte Sozialamtsleiter Michael Schneider im Verlauf der Sitzung mit.

Das sei aber ganz schön happig, stellten Ausschussvorsitzender Bernd Stracke (SPD) und Meike Lukat (WLH) übereinstimmend fest. Die Unterbringung in einer städtischen Unterkunft mit Gemeinschaftstoiletten und -küchen sei ja nicht mit einer Mietwohnung vergleichbar. Und dann so hohe Quadratmeterpreise?

„Wer in einer unserer Unterkünfte wohnt, zahlt keine Miete, sondern eine Nutzungsgebühr, in die auch andere kalkulatorische Kosten einfließen“, führte Beigeordnete Annette Herz auf Anfrage aus. 90 Prozent der Bewohner bezögen ohnehin Transferleistungen für Unterkunft und anderes – die zehn Prozent Selbstzahler fänden momentan angesichts der angespannten Marktlage keine Mietwohnung.

Staffelung

Die Stadt hatte die Struktur ihrer Unterkunftsgebühren mit externer Hilfe neu gefasst und nach eigenen Angaben eine Lösung erarbeitet, die „die Situation der Bewohner berücksichtigt, aber auch die fiskalischen Interessen der Stadt“. So gebe es beispielsweise eine Staffelung über drei Jahre hinweg. Im ersten Jahr seien die Gebühren bei 60 Prozent gedeckelt, im zweiten bei 70, im dritten bei 80.

Unterkünfte

Obwohl die Baugenehmigung für die städtische Unterkunft Düsseldorfer Straße 141 abgelaufen ist, wird sie vorerst nicht abgerissen, sondern zur Vermeidung von Frost und Schimmel sogar weiter beheizt. Dies teilte die Stadt auf eine WLH-Anfrage mit. Grund seien „Kapazitätseinschränkungen“ beim Stadtpersonal. Außerdem könne das Gebäude als mögliche Reserve für Afghanistan-Flüchtlinge dienen.

Container

Selbst als Reserve wäre die Unterkunft Ellscheid 1 nicht mehr tragbar. Ihr eigentlich geplanter Ersatz durch Container, die seit Jahren ungenutzt am Neandertalweg stehen, ist dennoch vorerst nicht in Sicht, wie Annette Herz auf Anfrage mitteilte. Auch hier sind Kapazitätsprobleme der Grund.

Personal

Für die Übernahme des noch von European Homecare geleisteten „Integrations- und Betreuungsmanagements“ ab 2022 hat die Stadt nach eigenen Angaben Personal gefunden. Zwei Männer und zwei Frauen werden sich die drei Vollzeitstellen teilen, die die Verwaltung ausgeschrieben hatte.