Wohnbauland: Bürger sollen besseren Info-Service bekommen

Hilden/Haan : Mehr Zeit für Kritik am Regionalplan

Die Regionalbehörde verlängert ihre Telefonzeit, um Bürgern das umstrittene Flächenmanagement näher zu bringen.

Die Bezirksregierung Düsseldorf will deutlich mehr Flächen für Wohnbebauung, auch wenn diese teilweise in Landschaftsschutzgebieten liegen. Das hat nicht nur viele Kommunen und Naturschützer empört – auch Bürger haben jede Menge Kritik, aber auch Fragen und Anregungen zu den Plänen, die zurzeit öffentlich ausliegen. Der Info- Service für sie soll besser werden.

Mehr als 100 Projektideen stehen zur Diskussion, davon auch einige in Hilden und anderen Städten des Kreises Mettmann: etwa das Gebiet Richrather Straße – ein Agrarbereich an der Grenze zu Langenfeld. Aber auch ein Bereich westlich des Westrings, der in Teilen „für den Schutz der Landschaft und landschaftsorientierte Erholung“ vorgesehen ist, steht zur Debatte.

Mehr als 100 verschiedene Projekte stehen zur Diskussion

Das Team aus der Regionalplanung hatte im Frühsommer eine interaktive Karte mit den Details zu den mehr als 100 diskutierten Projektideen online gestellt. Nach den Sommerferien bieten die Planer jetzt zusätzlich Telefonsprechstunden außerhalb der regulären Servicezeiten an, „damit sich Berufstätige und familiär stark Eingebundene noch besser an der Diskussion beteiligen können“. Vom 2. bis 25. September sind die Planer montags und mittwochs auch zwischen 16 und 19 Uhr zu erreichen (Tel. 0211/475-2358 oder - 2357).

Wer Fachbegriffe nicht versteht, kann sich demnach genauso an die Hotline wenden, wie Anrufer, die das mögliche neue Wohngebiet in ihrer Nachbarschaft nicht wirklich verorten können. Auch wer erste Ideen habe, aber nicht wisse, wie er diese formell richtig einreichen könne, sei am Telefon richtig.

„Wer uns anruft, muss nicht selbst Experte im Planungsrecht sein. Unsere Aufgabe ist es ja gerade, Planung und Verwaltung verständlich zu machen. Dazu ist die erweiterte Telefonsprechstunde ein Baustein“, erklärt der Planer Christoph van Gemmeren. Noch bis zum 30. September können sich alle Interessierten beteiligen – dann endet die erste Offenlage. Dabei geht es vor allem um die Ausweisung von Flächen, die künftig als Baugebiete Pendler aus den umliegenden Großstädten mit Wohnungen versorgen könnten. Die Kommunen hatten zu mehreren von Düsseldorf ins Spiel gebrachten Grundstücken so genannte Steckbriefe erstellt, in denen unter anderem die Nähe zu öffentlichen Verkehrsmitteln als Information verlangt wurde.

In dem Papier heißt es wörtlich: „Die Bautätigkeit am Rhein ist zu gering, um den Wohnungsmarkt in der Rheinschiene zu entspannen.” Daher solle ein neues Flächenranking aufgelegt werden. Der Regionalplan hat in den betroffenen Städten Einfluss auf alle aktuellen Themen von Demografie- bis Klimawandel.

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