Wieder Lust auf Eisenbahn

Tradition: Der Adler-Spielzeugmarkt lockte an die 600 Besucher in die Stadthalle. Eisenbahnfans schwelgten in Erinnerungen.

Hilden. Was gehört zu Weihnachten? Der bekannte Weihnachtsbraten sicherlich, ein Tannenbaum natürlich, seit neuestem auch Schnee und häufig noch die liebe Verwandtschaft versammelt an einem großen Tisch. Für viele Hildener allerdings kommt allerdings noch eine weitere Tradition hinzu: der Adler-Spielzeugmarkt.

„Seit Ewigkeiten richten wir den Markt hier in Hilden am zweiten Weihnachtsfeiertag aus, man sieht häufig bekannte Gesichter“, sagt Veranstalter Jürgen Hörner. „Viele Personen riefen heute Vormittag noch bei mir an, um sicherzugehen, dass der Markt tatsächlich stattfindet.“ Auch diesmal wieder kamen an die 600 Besucher unter teils widrigen Bedingungen zur Stadthalle und ließen die Festtage mit einem Blick über alte und neue Schätzchen ausklingen. Viele beließen es nicht beim ruhigen Schlendern. Auch dieses Mal wurden wieder Taschen und Tüten gefüllt und nachträgliche Weihnachtsgeschenke eingekauft.

Martina König (50) reiste mit ihrem Mann aus Düsseldorf an und war auf der Suche nach neuen Teilen für die heimische Modelleisenbahn. „Wir besitzen eine Bahn von Märklin und werden auf diesen Märkten eigentlich immer fündig.“ Die Königs gehören schon fast zu den Stammbesuchern des Marktes: „Immer, wenn wir mal wieder Lust auf Eisenbahn verspüren, machen wir uns auf den Weg hierher.“ Gerade jetzt an Weihnachten ist das eine schöne Abwechslung. König: „Wir haben jetzt natürlich die Zeit, um uns hier ein wenig umzuschauen, außerdem ist es eine nette Tradition.“

Solche Worte freuen Jürgen Hörner, wenngleich der bei dieser Auflage des Hildener Spielzeugmarktes auch ein wenig haderte: „Die Witterungsbedingungen haben sicherlich einige abgeschreckt. Ärgerlich ist auch, dass vor der Halle so gut wie gar nichts geräumt ist. Für viele Besucher entwickelt sich der Gang zur Stadthalle zu einem Abenteuerlauf.“ Angesichts solcher Rahmenbedingungen zeigte sich Hörner mit den Besucherzahlen noch zufrieden, unter anderen Verhältnissen wären es allerdings sehr wahrscheinlich noch deutlich mehr geworden.

Klaus Skowronek ließ sich den Spaß auch vom Wetter nicht nehmen. Der 56-Jährige ist ebenfalls passionierter Modelleisenbahner und kommt alljährlich aus Leverkusen nach Hilden angereist. „Es ist immer wieder schön, an Weihnachten her zu kommen und nach neuen Teilen für meine Eisenbahn zu suchen.“

Das Hobby betreibt Skowronek bereits seit 1956, langweilig ist es ihm in dieser langen Zeit nie geworden. „Vor allem durch solche Märkte, wo man auch viele alte Modelle findet und in Erinnerungen schwelgen kann, bleibt die Lust und Freude daran erhalten.“

Mehr von Westdeutsche Zeitung