WGH-Reihenhäuser werden Herbst 2020 fertig

Hilden : Die WGH bleibt auf Reihenhäusern sitzen

Ein Eigenheim an der Hildener Lindenstraße kostet zwischen 505 000 und 580 000 Euro.

Wer aktuell in Hilden ein Reihenhaus (Neubau) kaufen möchte, erhält bei der Suche über Internet-Suchmaschinen keinen Treffer. Das wirft ein Schlaglicht auf den lokalen Immobilienmarkt. Die städtische Wohnungsbaugesellschaft Hilden (WGH) errichtet derzeit sieben Reihenhäuser entlang der Lindenstraße. Dass sie nicht in den einschlägigen Internet-Portalen auftauchen, hat möglicherweise auch damit zu tun, dass sie nicht jeder erwerben kann. Sie werden nur an Hildener nach einem ausgeklügelten Punktesystem vergeben.

Nicht nur dies hat der Stadtrat festgelegt, sondern auch den Grundstückspreis und die Bauweise. Dies alles führt dazu, dass die sieben Reihenhäuser zwischen 505 000 Euro und 580 000 Euro kosten. „Wir haben Anfragen vorliegen“, sagt WGH-Geschäftsführer Andre von Kielpinski-Manteuffel: „Nicht für alle Häuser. Bislang wurde noch kein Kaufvertrag unterzeichnet.“ Einige Interessenten wollten einen Teil der Arbeiten in Eigenleistung erbringen. Das müsse noch verhandelt werden. Im Herbst 2020 sollen alle sieben Reihenhäuser fertiggestellt sein.

Das politische Ziel hieß einst: bezahlbare Wohnungen schaffen für Hildener Familien. Das Projekt zeigt, wie schwierig die Umsetzung sein kann. Dazu haben alle, Rat, Verwaltung, Bürger und auch ungünstige Umstände mehr oder weniger beigetragen.

Größtes und umstrittenstes Bauprojekt der WGH

Die Bebauung des ehemaligen Schulgeländes (Albert-Schweitzer-Areal) ist das größte städtische Wohnungsbau-Projekt – und eines der umstrittensten. Allein sieben Jahre haben Politik und Bürger gestritten. Bei der ersten Offenlage brachten Bürger 384 Einwände vor, bei der zweiten 2014 waren es 151. 2015 nahm Deutschland eine Million Flüchtlinge auf. Das alte Schulgebäude wurde als Notunterkunft gebraucht. Dann wollten Rat und Verwaltung die sieben Reihenhäuser an der Lindenstraße preisgünstig an eine Bauherrengemeinschaft abgeben. Dafür fanden sich aber nicht genug Erwerber. Deshalb übertrug die Stadt die Grundstücke notgedrungen an ihre Wohnungsbaugesellschaft WGH. Sie sollte die sieben Reihenhäuser errichten und nach dem beschlossenen Punkesystem verkaufen. WGH-Geschäftsführer Manteuffel musste zunächst einen Architekt finden, dann einen Generalunternehmen, der gut und günstig baut. Dies alles hat viel Zeit gekostet (rund zehn Jahre), in der die Baupreise jeweils um drei bis fünf Prozent pro Jahr gestiegen sind.Der Grundstückspreis von 450 Euro erscheint vielen als zu „happig“, entspricht aber dem Bodenrichtwert: Er liegt in Hilden zwischen 405 und 530 Euro pro Quadratmeter. Der Rat wollte öffentliches Grundeigentum nicht verschenken. Sie will der WGH zwei Grundstücke auf dem Schweitzer-Areal übertragen. Dort soll die WGH zwei Gebäude mit 18 Sozialwohnungen errichten – zu 100 Prozent öffentlich gefördert.