Weihnachtsdorf Gruiten: Premiere war Erfolg

Haan: Weihnachtsdorf ist ein Erfolg

Das erste Gruitener Weihnachtsdorf sorgte vier Tage lang für stimmungsvolle Atmosphäre.

Nach dem Weihnachtsmarkt ist vor dem Weihnachtsmarkt. Die Premiere des ersten Gruitener Weihnachtsdorfes auf dem Dorfanger ist kaum erfolgreich zu Ende gegangen, gibt es schon Gedanken an eine Neuauflage im Advent 2019\. „Wenn ich die Genehmigung aus dem Rathaus erhalte, komme ich nächstes Jahr wieder“, sagt Jürgen Kloft zu. In nur rund sechs Wochen hatte der Düsseldorfer die Veranstaltung organisiert.

Acht Holzbuden boten den Kunden Weihnachtskrippen, Kerzen, Artikel aus Olivenholz, Seifen, Öle und Gewürze aus dem Nahen Osten, LED-Ballons, Steinmännchen und überwiegend afrikanische Waren. Dazwischen verwöhnten Bratfisch und Bratwurst, Reibekuchen und Flammkuchen, frisches Obst, Crepes, Schokofrüchte oder gebrannte Mandeln. Und natürlich Glühwein. Kinder konnten auf einem Karussell ihre Runden in luftiger Höhe drehen.

Holzfässer und Strohballen untermalten die Atmosphäre

Der Markt auf dem Dorfanger war liebevoll gestaltet. An allen Holzhäusern zeichneten Lichterketten die Dachkonturen auch in die Dunkelheit. Holzfässer und Strohballen, Windlichter aus Holz und einige andere Details bereicherten die Atmosphäre. Nach verhaltenem Start am Donnerstag war Freitag der beste Tag für alle Teilnehmer. Die Gruitener strömten ab Nachmittags auf den Markt, sahen sich um, plauderten beim Glühwein. Samstagnachmittag setzte Regen ein und verhinderte einen gutbesuchten Abendtreff auf dem Dorfanger. Der Sonntag war von Regen und geringen Besucherzahlen geprägt. Morgens stand ein Teil des Dorfangers sogar unter Wasser, weil seit dem Dorffest im Sommer ein Ablauf verschlossen war. Mit Schaufel wurde ein kleiner Graben ausgehoben und bald war die Weihnachtsmarktfläche wieder ohne die Gefahr nasser Füße begehbar.

Ausnahme: Zum ersten Adventssingen strömten die Gäste in Scharen. Das hatte Dorffest-Vereinsvorsitzender Joachim Raitor in die St. Nikolaus-Kirche verlegt, die komplett gefüllt war. Der Nikolaus verteilte Schokoladen-Männer an die Kinder – und ging später über den Weihnachtsmarkt, um auch dort Kinder zu beschenken. „Die Verbindung zwischen dem Adventssingen und dem Markt passt hervorragend“, befand Rainer Augsburg, Küste von St. Nikolaus. „Wir hatte hier vier schöne Tage im Ort“, fügt er hinzu.

Das sahen offenbar auch viele Besucher so. Jedenfalls war Sonntag immer wieder zu beobachten, dass sich Gruiten beim Marktveranstalter Jürgen Kloft bedankten und auf eine Neuauflage des Weihnachtsmarktes hofften.

Viele Kunden bedauern, es hätte zu wenig Werbung gegeben

„Nächstes Jahr wird der Markt größer“, versprach Kloft. Er will mehr Kunsthandwerker engagieren und auch die Aufstellung in Teilen verändern. Abdelilah El Hamdani, der Schneidbretter, Schachspiele oder Löffel aus Olivenholz verkaufte, war zufrieden mit seinen Umsätzen. Viele Kunden hätten bedauert, dass im Vorfeld kaum Werbung für den Markt gemacht worden sei. Moreno Mettbach (LED-Ballons und Leuchtartikel) fühle sich „von den Leuten gut aufgenommen“. Krippenbaumeister Wilfried Friedrichs war zufrieden nach dem Verkauf von zwei Krippen und einer Menge Holz-Deko.

Die Kerzenzieherin will auch zum zweiten Markt wiederkommen. Die Steinverkäuferin berichtet von vielen netten Gesprächen – auch als Besucher sich unterm Budendach unterstellten. Christopher Schwarz, der Artikel aus internationalen Sozialprojekten verkaufte, war mit den Umsätzen nicht zufrieden. Aber das komme immer wieder vor bei ersten Märkten. Karl-Heinz Loritz fand viele Freunde für seinen Backfisch. Roland Bügler käme ebenfalls gern wieder zum Reibekuchen-Backen. Und Jürgen Kloft berichtete, dass der Vorrat an eigens gebrautem „Neandertalerle“-Bier (Schubert-Weihnachtsbier) guten Absatz gefunden habe. „Das bringen wir auch im nächsten Jahr wieder mit“, sagt der Organisator zu.

Joachim Raitor hatte nur positive Reaktionen auf die Marktpremiere vernommen. Im Vorfeld geäußerte Zweifel hätten sich zerstreut. Er könne sich durchaus vorstellen, dass bei einem weiteren Weihnachtsmarkt auch Vereine mit eingebunden würden.

Es soll bereits Einigkeit zwischen dem Marktveranstalter und dem Deutschen Roten Kreuz über einen Getränkestand bestehen.