Weihnachtsbäume für den guten Zweck in Hilden Unermüdlicher Einsatz: Gerda Grenda (89) verkauft wieder Weihnachtsbäume

Hilden · Seit über 30 Jahren verkauft die 89-jährige Gerda Grenda Weihnachtsbäume für einen guten Zweck. Der Erlös geht an die SOS-Kinderdörfer.

 Gerda Grenda verkauft seit 32 Jahren Weihnachtsbäume.

Gerda Grenda verkauft seit 32 Jahren Weihnachtsbäume.

Foto: Köhlen, Stephan (teph)

Noch bevor der Verkauf der Weihnachtsbäume auf dem Privatgrundstück von Gerda Grenda am 2. Dezember offiziell losgeht, gibt es schon die ersten Interessenten. Schließlich weiß mittlerweile die halbe Stadt, dass es hier schöne Bäumchen für einen guten Zweck gibt. In den 32 Jahren, in denen es den Verkauf gibt, hat Grenda bisher mit der Unterstützung von vielen „Heinzelmännchen“, wie sie ihre freiwilligen Helfer liebevoll nennt, eine sagenhafte Summe spenden können: Insgesamt sind es 66.207 Euro.

Die vielen freiwilligen Helfer unterstützen nicht nur beim Aufbauen, sondern auch beim Einladen ins Auto der treuen Kunden. Viele von ihnen kommen seit Jahren aus Überzeugung. Hilfe bekommt Grenda, die sich seit Jahrzehnten für andere einsetzt, auch, wann immer eine Mail geschrieben werden muss. „Ich selbst habe keinen Internetzugang“, erzählt die 89-Jährige. Gut vernetzt ist sie trotzdem.

Gerda Grenda hat eine
bewegende Lebensgeschichte

„Alle meine Helfer namentlich zu nennen, würde den Rahmen sprengen“, sagt die Seniorin. „Aber ein Ehepaar muss man doch besonders hervorheben. Das Ehepaar Ulla und Peter Rothes hat in früheren Jahren im Dezember mehr Zeit bei den Weihnachtsbäumen verbracht als in ihrem eigenen Zuhause.“ In diesem Jahr sind die beiden aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr dabei, obwohl sie es gerne wären. Auch ihren Helfern Klaus Nitsch, Christian Meyn-Schwarze und Moritz Timpert ist sie sehr dankbar. Letzteren lernte sie im Bus kennen, als sie Hilfe brauchte, um nach Hilden zu kommen – man weiß eben nie, wo man auf ein Heinzelmännchen trifft. „All diese Menschen haben ihre Hilfe von sich aus angeboten“, erzählt Grenda begeistert. „Und ich nehme diese Hilfe natürlich jederzeit gerne entgegen.“ Auch für die kommenden Jahre werden noch Heinzelmännchen gesucht. Interessierte können sich jederzeit melden.

Grenda hat eine bewegende Lebensgeschichte: Sie geht mit dem späteren Bundespräsidenten Johannes Rau in Chemnitz zur Schule. Im Alter von 20 Jahren zieht sie nach West-Berlin und macht dort eine Ausbildung zur Metallografin, danach arbeitet sie für das Forschungsinstitut Batelle in Frankfurt am Main. Auf einer Skandinavienreise lernt sie ihren späteren Ehemann Horst kennen, 1972 ziehen beide in ihr Haus an der Gerresheimer Straße 58 in Hilden. Als es die Familie zwischenzeitlich wieder nach Frankfurt verschlägt, vermietet sie das Haus unter.

„In den Achtzigerjahren haben hier Studenten gewohnt und das erste Mal Weihnachtsbäume verkauft“, erzählt die Seniorin. Die jungen Leute wollten damit ihr Einkommen für das Studium aufbessern. Nachdem sie ausgezogen waren, übernahm Grenda die Idee und machte einfach weiter – diesmal aber für einen guten Zweck. Dass der Erlös der Aktion an die SOS-Kinderdörfer geht, hat einen traurigen Grund: Zu der Zeit, als sie anfing, Weihnachtsbäume zu verkaufen, verlor Grenda ihre damals erst 24-jährige Tochter Marion. „Sie hat Medizin studiert und wollte sich stets für andere einsetzen“, sagt Grenda. Deshalb gründeten Horst und Gerda Grenda außerdem die Marion-Grenda-Stiftung, die mithilfe von Assistenzhunden Menschen mit Behinderung zur Seite steht.

Mehrere Baumsorten und ein kleiner Weihnachtsmarkt

Im Dezember verwandelt sich der Hof des Hauses in der Gerresheimer Straße 58, gleich neben dem Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium, in einen kleinen Weihnachtsmarkt. Denn hier kann man nicht nur einfach so seinen Weihnachtsbaum kaufen, es gibt auch Glühwein und Plätzchen dazu.

Klassische Nordmanntannen, Edeltannen und viele weitere Nadelbaumsorten aus dem Sauerland stehen zur Wahl. Von ein Meter großen Bäumchen bis zu stattlichen Gewächsen, die bis zu sechs Meter groß werden können, ist für jeden etwas dabei. „Sie eignen sich auch hervorragend als persönliches Geschenk für gute Kunden oder Mitarbeiter“, findet Grenda. Ab dem 2. Dezember läuft der Verkauf täglich zwischen 10 bis 18 Uhr, auch sonntags. In der Nähe gibt es gute Parkmöglichkeiten, auch Hunde sind herzlich willkommen.

Meistgelesen
Neueste Artikel
Zum Thema
Aus dem Ressort