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Weiberkram-Markt wird kaum angenommen

Haan : Haaner Weiberkram-Markt lockt nur wenige Käuferinnen

Am Samstag verirrten sich kaum Interessentinnen ins Jugendhaus. Einige der Aussteller bauten deshalb ihre Stände füher ab.

Zum sechsten Mal öffnete am Samstag der Weiberkram-Markt im Jugendhaus. Die Nachfrage auf Ausstellerseite ist ungebrochen hoch, bestätigt Organisatorin Ingrid Maier, die im Vorfeld alle 25 Standplätze im Haus vermietet hatte. Anders sieht es bei der Nachfrage aus. Einige Aussteller bauten, mangels Kundschaft, früher ab.

Ein großes Laken am Eingang des Jugendhauses an der Alleestraße kündigte es mit bunten Lettern an: „Weiberkram-Markt. 14 bis 18 Uhr“. Das Konzept eines Flohmarktes für Frauen, mit gut erhaltener Kleidung, Schmuck und Accessoires funktioniert in Großstädten wie Köln und Düsseldorf seit Jahren gut. Die kauffreudigen Damen stöbern gerne auf der Suche nach Schnäppchen.

Ein gutes Geschäft hatte sich daher auch Imke Franzaring erhofft, als sie beschloss, am Weiberkram-Markt der Gartenstadt mitzumachen. „Über eine Zeitungsannonce hatte ich vom Termin erfahren“, erzählt die 27-jährige Solingerin, die an der Stadtgrenze zu Haan wohnt. Mit ihrer Cousine Melanie Franzaring (26) meldete sie sich kurzerhand bei Organisatorin Ingrid Maier an. Das Ausmisten ihres Kleiderschranks funktionierte überraschend schnell. Einige Klamotten, Schuhe und Schmuck, waren schnell zusammengetragen. Es konnte losgehen: Im Jugendhaus baute Franzaring ihren Stand am Air-Hockey-Tisch auf, platzierte die Ware ansprechend.

Der erste Eindruck fiel positiv aus: „Die Atmosphäre ist schön und schon während des Aufbaus waren die ersten Besucher da“, erzählte die 27-jährige, die prompt eine kleine Kette und einen Anhänger für 1,20 Euro verkaufte. Franzaring lacht: „Das ist jetzt eineinhalb Stunden her. Seitdem ist hier nichts mehr los. Zum Glück haben wir eine nette Standnachbarin, mit der wir uns unterhalten.“ Der Ansturm auf dem Weiberkram-Markt hielt offenkundig nicht lange. Zur Halbzeit stöberten zum Teil die Standbetreiber selbst bei den Nachbarn. „Schade“, urteilte Imke Franzaring. „Wenn man selbst zwar nicht viel verkauft, aber wenigstens Besucher da wären, die gucken kämen, dann wäre es noch etwas anderes“, sagte die 27-Jährige. So würde sie sich beim nächsten Weiberkram wohl nicht mehr die Mühe machen, die ganzen Sachen ins Jugendhaus zu karren.

Ausstellerin Susanne Pla, die sich die Zeit an ihrem Stand mit Stricken vertrieb, bemerkte zwar die geringe Kundschaft. Sie selbst schien mit dem Verkauf aber zufrieden. „Ich habe schon mehrmals mitgemacht, beim Hallentrödel in Haan und auch hier beim Weiberkram und finde eigentlich, dass es toll gemacht ist.“ Schade sei nur, dass wenige den Weg ins Jugendhaus fänden. Grund dafür sieht die Haanerin weniger an der vermeintlich mangelnden Werbung: „Das stimmt so nämlich nicht. Es wird sehr viel Werbung im Vorfeld gemacht“. Es sei vielmehr ein Problem der Kanäle. „Die Leute lesen keine Zeitung mehr und wundern sich, wenn sie Sachen nicht erfahren. Viele waren nämlich hier, die zufällig davon erfahren haben, als sie das Banner draußen vor der Tür gesehen haben“, meint Pla.

Für Organisatorin Ingrid Maier eine mehr als enttäuschende Situation. Ob es eine siebte Auflage des Weiberkram-Marktes geben wird, ließ sie offen: „Das werde ich mir noch
überlegen.“