Warten auf WLAN am Bahnhof

Konzern sagt, Gratis-Zugang sei unwirtschaftlich. Eine Chance bietet das neue Freifunk-Netz.

Haan. Auf den Zug oder die S-Bahn warten und währenddessen mal eben E-Mail-Eingänge und Facebook-Nachrichten checken — das wünschen sich die Haaner Jugendlichen. Tatsächlich ist ihnen das aber nur begrenzt möglich. Denn weder am Haaner, noch am Gruitener Bahnhof bietet die Deutsche Bahn kostenfreies WLAN an. Junge Menschen, die aus Kostengründen Handy-Verträge mit begrenzten Kapazitäten haben, wären jedoch dankbar für einen Gratis-Zugang ins Internet. Das brachte die Junge Union jetzt auf die Idee, einen entsprechenden Antrag bei der Bahn zu stellen. „Damit ließe sich die Wartezeit sinnvoll nutzen“, sagt Vorsitzender Tim Feisel. „Und für die Bahn würde es dann zu einer weiteren Imageverbesserung beitragen.“

Tatsächlich hat die Bahn bereits 127 Bahnhöfe in Deutschland mit WLAN-Technik ausgestattet. „Das kostenfreie Angebot steigert die Attraktivität unserer größeren Bahnhöfe und ist ein Serviceangebot für unsere Kunden“, bestätigt ein Sprecher. Eine „fünfstellige Summe“ koste die Ausrüstung eines Bahnhofes mit einem kabelfreien Internet-Anschluss. Die Finanzierung übernehmen in der Regel die Bahn, die Telekom, der Bund sowie die Aufgabenträger.

„Natürlich sollen möglichst viele Reisende vom Angebot des kostenfreien Internet-Zugangs profitieren“, führt der Sprecher der Bahn weiter aus. „Gleichzeitig dürfen wirtschaftliche Aspekte nicht außer Acht gelassen werden“, stellt er fest. Aus diesen Gründen konzentriere sich die Bahn daher auf die größeren und stärker frequentierten Bahnhöfe mit vielen Reisenden. So gebe es den Service beispielsweise in Düsseldorf, Wuppertal oder Hagen.

„Gruiten mit seinen rund 3500 Reisenden und Haan mit zirka 1200 Reisenden zählen zu den kleineren der insgesamt fast 700 Bahnhöfe in NRW. Eine Ausstattung dieser beiden Stationen mit kostenfreiem WLAN ist daher derzeit nicht geplant“, teilt der Bahnsprecher mit. Das Schreiben der Jungen Union werde mit entsprechendem Inhalt noch persönlich beantwortet.

Damit bleiben den Haaner Jugendlichen nur einige wenige Hotspots in der Stadt. Viele Haaner Hotels haben kostenloses WLAN, allerdings nur für ihre Gäste, die sich mit einem speziellen Zugangscode einloggen können. Freie Zugänge bieten hingegen die Stadtbücherei am Neuer Markt, die Stadt-Sparkasse Haan sowie neuerdings auch das Jugendcafé an. Auch am Telekom-Laden in der Marktpassage gibt es einen Hotspot. Außerhalb der Innenstadt haben McDonald’s und „Kentucky Fried Chicken“ (KFC) WLAN-Zugänge eingerichtet.

Die Freifunk-Bewegung hat in Haan währenddessen bislang kaum Fuß gefasst. Im Internet sind weniger als eine Hand voll Teilnehmer zu finden, die ihren Zugang außerdem fast nur in reinen Wohngebieten installiert haben. Doch die Stadtverwaltung arbeitet am Aufbau eines Freifunk-Netzes für Einzelhändler und Gewerbetreibende, berichtet Andreas Benoit von der Hildener Freifunk-Community (siehe Info-Kasten).

www.freifunk-karte.de