VHS: Hörer und Dozenten wollen für ein neues Gebäude kämpfen

VHS: Hörer und Dozenten wollen für ein neues Gebäude kämpfen

Haan. Weil die Frage des künftigen Haaner Stadtortes der Volkshochschule immer noch nicht beantwortet ist, regt sich jetzt Widerstand. Auf der VHS-Gesamtkonferenz hat sich eine Arbeitsgruppe aus Dozenten und Hörern gebildet, die nun einen Protest „von unten“ organisieren will.

Grundlage der Initiative ist eine Satzungsänderung, die mehr Mitbestimmung in der VHS möglich macht.

Mehrere Standorte für die Bildungseinrichtung sind im Gespräch, zuletzt vor allem das alte Musikschulgebäude. „Wir beschäftigen uns mit diesem Thema im Prinzip schon seit vier Jahren“, sagt VHS-Leiter Niklas Rahn. „Wenn man vier Jahre über ein Thema diskutiert und noch immer keine Entscheidung getroffen wurde, dann besteht Handlungsbedarf.“

Deshalb sollen nun auch die Dozenten und Teilnehmer der VHS zu Wort kommen. Die Vorbereitung dafür übernehmen Dirk Boß, langjähriger Dozent der VHS, und Vera Beyer, ehemalige Hörervertreterin und Kursteilnehmerin. „Ich denke, ein VHS-Haus ist ein Haus der Bürger“, sagt Boß. „Unserer Ratsverwaltung in Haan muss klar gemacht werden, dass wir ein ordentliches Gebäude für die Volkshochschule brauchen.“

Seit Oktober vergangenen Jahres liegt ein Gutachten des Kreises Mettmann für das Gebäude der ehemaligen Musikschule vor. Wir verstehen nicht, warum es nicht ausgewertet wird“, sagt Rahn. Demnach liegen die Kosten für die energetische Sanierung des Gebäudes bei 500 000 Euro. Hinzu kommen noch einmal etwa 300 000 Euro für die Umsetzung des Raumkonzepts. „Wir wollen jetzt wissen, was passiert mit diesem Gebäude?“

Jörg Dürr, Vorsitzender der VHS-Zweckverbandsversammlung: „Was mich ehrlich zornig macht, ist, dass der Bürgermeister der Stadt Haan die gewählten Vertreter der Zweckverbandsversammlung ignoriert. Diese VHS hat in der Stadtverwaltung nur einen sehr geringen Stellenwert.“ Ärgerlich sei auch, dass immer neue, außerhalb liegende Gebäude ins Spiel gebracht würden.

Boß und Beyer wollen mit anderen nun ein Komitee „Pro VHS“ gründen, um beim „Haaner Sommer“ im Juli mit einer Unterschriftenaktion auf das Problem der VHS aufmerksam zu machen. Sie rechnen sich gute Chancen aus. Mehr als zehn Prozent der Haaner Bürger sind Hörer der VHS. Das sind etwa 5000 Menschen.