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Versteigerung für guten Zweck: Stühle unter dem Hammer

Versteigerung für guten Zweck: Stühle unter dem Hammer

Bei einer Auktion wurden 22.000 Euro für die Private Kindergruppe eingenommen.

Haan. 30.000 Euro wären ein Traum gewesen, grob geschätzt 22.000 Euro sind nach dem abendfüllenden Auktions-Marathon zusammengekommen. „Es war ein langer und erfolgreicher Abend“, fasste Stephanie Mörchel die Versteigerung der 100 Stühle, die von 100 Kreativen unter dem Motto „Plätze schaffen — ein Kunststück“ gestaltet worden waren, zusammen. Der Erlös ist für die Private Kindergruppe Haan an der Bachstraße bestimmt.

„Es war ein glücklicher Abend mit vielen freundlichen, großzügigen und engagierten Menschen“, resümierte Kindergruppenleiterin und Ideengeberin Steffi Mörchel die Aktion. Sponsoren hatten den Abend in der Alten Pumpstation ermöglicht, der offensichtlich großes Interesse auslöste, denn in der alten Halle wimmelte es nur so von Bietern. „Ich habe mir vorher einen Katalog gekauft und mir ein paar Exemplare ausgewählt, bei denen ich mitbieten will“, sagte Astrid Klocke.

Geleitet wurde die Auktion von Friedrich Conzen, der sich nicht nur beruflich gerne in den Dienst der Kunst stellt. Seine beiden Enkel besuchen die Private Kindergruppe. „Sie werden Kunst nie mehr so preiswert bekommen wie heute“, leitete er die Auktion ein. Denn anders als bei Auktionen im New Yorker Sotheby’s wurden bei der Stuhlversteigerung keine Gebühren fällig. „Wenn Sie mutig herangehen, geht der Abend schnell vorbei“, ermutigte er, eifrig mitzubieten.

Manch hübsches Exemplar wie Alfred Kruchens „Clown Herznase“ ging für 220 Euro weg. In fast theaterreifen Duellen wurden kurz darauf die von Annette Palder und Andrea Thierbach gestalteten Stühle für jeweils 500 Euro verkauft. Als ein Schnäppchen, das es nur in Haan gibt, wurde die im Stile Niki de Saint Phalles gearbeitete „Nana“ von einem Mitarbeiter aus dem Architekturbüro Siebel erstanden. Und auch die restlichen Sitzgelegenheiten — vom Schemel bis zur Bank und immer wieder Stühlen — gingen weg wie die sprichwörtlichen warmen Semmeln.

Wer wie Astrid Klocke vorher seine Kreuzchen an die Teile gemalt hatte, bei denen er mitbieten wollte, oder gar intelligenterweise Vorgebote abgegeben hatte, konnte den frühsommerlichen Abend auch zu Plaudereien nutzen. Vor der Tür gab es Getränke und Grillwurst und viele Gespräche zwischen Künstlern und Interessenten.

Dass auch Gestalter selbst Fans sind, zeigte sich bei Andreas Pluto. Er hatte mit seiner Familie nicht nur „Herzen für Kinder“ gestaltet. Lydia Rosatis „With Love from India“, eine kunstvolle Angelegenheit mit goldenem Elefanten, gefiel ihm so gut, dass er diesen Stuhl erstand.

„Zunächst wollte ich meinen Beitrag ‚der heiße Stuhl’ nennen. Dann entschied ich mich aber für ‚Hot-stuff’“, erklärte Daniel Städler seinen mit unendlich Chilischoten verzierten Beitrag. Für ihn war seine Mithilfe so etwas wie Ehrensache, schließlich hatte sein Sohn auch die Private Kindergruppe besucht. Nach vier Stunden wurde zum Schluss noch das „Kleine Seepferdchen“ versteigert, ein von der Kindergartengruppe gestalteter Kinderstuhl. Sagenhafte 850 Euro erzielte er. „Ein toller Abend“, freuten sich alle Beteiligten.