Urlaub für die ganze Familie

Urlaub für die ganze Familie

Vor 40 Jahren wurde das „Evangelische Familienferienheim Domburg“ gegründet.

Hilden. „Sehr schöne Häuser in superguter Lage (strandnah und dorfnah). Komfortable Ausstattung, einfach schön für Familien.“ Das hat Bianca Meirich im Oktober 2008 dem Hildener Verein „Evangelisches Familienferienheim Domburg“ ins Gästebuch auf der Vereinsseite im Internet geschrieben. Sie dürfte kurz zuvor an einer der Familienfreizeiten teilgenommen haben, die der Verein seit 1971 anbietet. In diesem Jahr — am 7. Juli — feiert es seinen 40. Gründungstag.

Pfarrer Gerd Piorr und neun Mitstreiter hatten den Verein gegründet, um Familien und Senioren einen preisgünstigen Urlaub ermöglichen zu können. Gerd und Anneliese Piorr waren fünf Jahre zuvor von Hennef nach Hilden gekommen und hatten dort bereits eine Ferienfreizeit für Familien im niederländischen Domburg organisiert. Das führten sie in Hilden fort.

Dann bot sich 1971 die Möglichkeit, das bisher für die Freizeiten gemietete „Haus Marezate“ in Domburg zu kaufen. 98 000 Gulden wollte der Eigentümer dafür haben. Für den gerade gegründeten gemeinnützigen Verein, der kein Eigenkapital hatte, war das damals viel Geld. „Aber wir haben viele Spenden bekommen. Das wäre heute wohl nicht mehr möglich“, sagt Anneliese Piorr.

Die Spenden waren auch dringend erforderlich, denn neben dem Kaufpreis musste auch eine aufwendige Sanierung finanziert werden. Neben einem Bank-Kredit steuerte die Evangelische Kirchengemeinde ein zinsloses Darlehen über 50 000 D-Mark bei und die Stadt gab einen Zuschuss über 13 800 D-Mark. Ein weiteres zinsloses Darlehen (15 500 Mark) sammelten die zehn Gründungsmitglieder aus eigenen Mitteln.

41 Familien mit 94 Kindern nahmen im Jahr der Vereinsgründung an den Ferienmaßnahmen teil. Mittlerweile zählt der Verein insgesamt 4700 Übernachtungen in den heute vier Häusern, die nach und nach hinzugekauft wurden. 14 Zimmer standen dafür anfangs im Haus Marezate zur Verfügung. Heute können insgesamt 54 Betten vermietet werden.

Seit sieben Jahren bietet der Verein nur noch Seniorenfreizeiten an. „Für die Familienfreizeiten haben wir keine Leitung mehr“, sagt Anneliese Piorr. Und auch bei den Seniorenfahrten hat sich einiges geändert: Anfangs wurden sie ausschließlich für Hildener angeboten, mittlerweile fahren mehr Auswärtige mit. „Aber Hildener werden bevorzugt behandelt“, sagt Piorr.

Mehr von Westdeutsche Zeitung