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Umweltferkel kippt dutzende Altreifen illegal am Golfplatz ab

Haan : Naturschützer entdeckt erneut Altreifen

Hans-Joachim Friebe hat einen weiteren ärgerlichen Fund gemeldet: Der ehrenamtliche Naturschutzwart in Diensten des Kreises Mettmann hat 85 Altreifen auf dem Gelände des Gruitener Golfplatzes entdeckt.

(pec) Die bunt gekleideten Damen, die ihre Golf-Caddys über den Platz in Gruiten ziehen, grüßen freundlich. Man kennt sich und schätzt einander. Das Wohlwollen, das ihm entgegengebracht wird, weiß Hans-Joachim Friebe auch durchaus zu würdigen. Doch dann fällt sein Blick wieder auf den Haufen Altreifen, den jemand direkt am Rande der Golfbahn in die Landschaft gekippt hat, und seine Miene verdüstert sich: „Wer das getan hat, ist nicht irgendein einmaliges Müllferkel, das aus Not oder Gelegenheit heraus gehandelt hat“, sagt der ehrenamtliche Naturschutzwart in Diensten der Unteren Landschaftsbehörde: „Das sind professionelle Kriminelle. Die machen eine Menge Geld damit.“

Es ist nicht das erste Mal, dass der Naturschützer solch eine Entdeckung im Grüngürtel rund um Gruiten gemacht hat. Ende November 2019 wurde eine Ladung Bauschutt in einem Waldstück nahe der Grube 7 abgekippt: Besondere Wendung bei den Ermittlungen – der mutmaßliche Umweltsünder hatte eine Quittung mit seiner Adresse zurückgelassen.

Von 35 Reifen waren zehn noch auf die Felgen gezogen

Spaziergänger hatten zudem wenige Tage vor Weihnachten im Bereich des Pavillons am Wanderparkplatz Hermgesberg Autoreifen entdeckt und Friebe über ihren Fund informiert. Doch statt der gemeldeten zwölf Reifen fand er am Morgen darauf 35 Stück, zehn davon noch auf Felgen. Auch einige der jetzt am Golfplatz abgekippten Reifen sind noch auf Stahlfelge gezogen, tragen teils Aufschriften wie „HL“ (für hinten links). „Als ich die entdeckt habe, habe ich sofort die Polizei gerufen“, sagt der Gruitener. „Aber glauben Sie nicht, bisher sei schon etwas passiert.“ Kompetenzgeschiebe statt schnellen Handelns, das hat Friebe nach eigenen Worten auch beim Kreis Mettmann erfahren. „Ist der Bauhof in Mettmann nun zuständig oder der in Haan? Das scheint erstmal die wichtigste Frage zu sein“, schimpft Naturschützer Hans-Joachim Friebe. Unterdessen verrotteten die Reifen weiter.

Friebe ist sich sicher, dass ein sogenannter Entsorgungsunternehmer einer Autowerkstatt oder eines Reifenhändlers die Altreifen gegen Gebühr abgenommen hat, um diese „fachgerecht“ zu entfernen. „Jetzt liegen sie hier, und der hat seinen Reibach gemacht.“ Friebes Vorschlag: ein saftiges Pfand auf jeden einzelnen Autoreifen. „Das würde illegale Entsorgung verhindern“, vermutet der Gruitener und betont: „Bei Europaletten funktioniert dieses System jedenfalls sehr gut.“