Umstellung beim Wochenmarkt: „Wir werden nicht gesehen“

Umstellung beim Wochenmarkt: „Wir werden nicht gesehen“

Beschicker des Wochenmarktes sind nicht glücklich über die Umstellung ihrer Stände.

Hilden. Werner Reibel ist sauer auf das Ordnungsamt: „In einer Nacht- und Nebel-Aktion mussten wird umziehen“, sagt der Hildener, der seit 15 Jahren Produkte aus seinem Fleischerfachgeschäft auf dem Wochenmarkt anbietet. Kurz vor Weihnachten kam er mittwochs früh mit seinem Wagen auf den Nové-Msto-Platz und wollte zu seinem gewohnten Standplatz. „Da wurde mir gesagt, dass ich umziehen muss“, sagt Reibel.

Von einer „Nacht- und Nebel-Aktion“ spricht auch Michael Siebert, Leiter des Ordnungsamtes, der für das Ständchen-wechsel-Dich verantwortlich ist. Dass die Aktion aus Sicherheitsgründen (die Zuwege müssen für die Feuerwehr passierbar sein) so kurzfristig über die Bühne gegangen sei, ist für Siebert „die unglückliche Komponente“ der Verschiebeaktion. „Für die Meisten hat sich aber nichts geändert“, sagt Siebert.

Da ist Reibel ganz anderer Meinung: „80 Prozent der Händler sind unzufrieden.“ Nur die wenigen Händler, deren Stände entlang der Verbindung von der Kurt-Kappel-Straße bis zur Stadtbücherei stehen, seien gut weggekommen. „Wir werden nicht gesehen“, sagt Thorsten Buhs (Eifeler Landbäckerei) zu den Folgen der Umsiedlung. Das bedeute für ihn eine etwa 20-prozentige Einbuße beim Umsatz, „weil wir vorher nicht einmal unsere Stammkunden über den Umzug informieren konnten“, sagt Reibel.

„Ich bin mittlerweile schon fünfmal auf dem Markt verschoben worden“, sagt Buhs, der seit fast 40 Jahren als Marktbeschicker unterwegs ist. Und jedes Mal sei es weiter nach hinten gegangen. Mittlerweile ist er in der hintersten Reihe gelandet.

Zu allem Überfluss wurden zum Jahresbeginn auch noch die Marktgebühren erhöht. „Das sind 400 Euro im Jahr mehr“, sagt Buhs. Dem Argument, dass die Wege für die Feuerwehr freigehalten werden müssen, verschließen sich die Marktbeschicker nicht. Auch wenn es aus ihrer Sicht erstaunlich sei, dass das erst jetzt aufgefallen ist. Sie hätten sich gewünscht, vorher an der Lösungssuche beteiligt worden zu sein.

Diesem Vorwurf verschließt sich der Leiter des Ordnungsamtes nicht an. „Wir wollen das alles mit den Beschickern aufarbeiten“, sagt er. Sie sollen zu einem Gespräch eingeladen werden.

Dabei will Siebert den Marktbeschickern auch erläutern, dass die Umsetzung der Stände „unterm Strich eine gute Sache“ sei: „Wir haben jetzt mehr Platz vor der Bücherei. Dort können jetzt auch während der Marktzeit Veranstaltungen durchgeführt werden, um den Markt attraktiver zu machen.“ Denn eine Sorge teilen Siebert, Reibel und Buhs: Die Besucherzahlen sind rückläufig.

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