Talstraße: Kinder gehen gegen Raser vor

Talstraße: Kinder gehen gegen Raser vor

Mitglieder des Kinderparlaments hielten zusammen mit der Polizei Autofahrer an.

Um Punkt 16 Uhr hatten sich gestern sechs Mitglieder des Kinderparlaments, begleitet von Betreuerin Barbara Zwiener, mit Polizeioberkommissar Heinz Keller verabredet. Sie stehen auf der Talstraße, gegenüber der S-Bahnhaltestelle Hilden-Süd. Um Punkt 16 Uhr begann es erst zu hageln und dann ergiebig zu regnen. — Entgegen der Wettervorhersagen, beteuert Zwiener.

Vor dem stärksten Guss suchte die kleine Gruppe samt Radargerät Schutz unter einem Vordach und machte schon einmal Pläne: „Ich werde sagen: Vielen Dank, dass sie nicht zu schnell gefahren sind. Im Namen des Hildener Kinderparlaments“, übte eins der Mädchen seinen Spruch schon einmal ein. Währenddessen erklären die Geschwister Julius (9) und Paula (12) , warum die Kinder gerade an der Talstraße die Autofahrer ermahnen wollen: „Wir wohnen hier und die Autofahrer sind oft viel zu schnell“, klagt Julius und Paula behauptet, dass viele sich auch nicht daran halten, dass sie am Ende der Talstraße nur rechts abbiegen dürfen: „Die Solinger fahren hier durch und einfach geradeaus. Das ist für die eine Abkürzung.“ Angelika Buschmann, die Mutter der beiden, mischt sich ein, kritisiert Pizzalieferanten, Taxi- und Linienbusfahrer. Ihrer Meinung nach fahren die alle zu schnell auf der Talstraße, die außerdem auch noch ein Schulweg sei, wo man nur 30 Stundenkilometer fahren dürfe. „Die Aktion finde ich gut“, lobt Buschmann. „Und das Kinderparlament. Da machen die Kinder die Erfahrung, dass sie wirklich ernst genommen werden und etwas bewegen können.“

Während sie redet, lässt der Regen langsam nach und Kommissar Keller bringt sein Messgerät in Position. Autos sind an diesem Tag Mangelware auf der Talstraße. Nur hin und wieder kommt eins vorbei, aber keins ist zu schnell. Die Kinder lassen sich davon allerdings nicht entmutigen. Keller und Zwiener geht es darum, Verständnis füreinander zu wecken. Deswegen werden Autofahrer angehalten und von den Kindern gelobt, wenn sie sich korrekt verhalten haben.