Stufe verkleinert Festplatz

Als Alternative zum Alten Markt ist der Ellen-Wiederhold-Platz nach Ansicht der Veranstalter nicht geeignet.

Hilden. Ist der Ellen-Wiederhold-Platz eigentlich feiertauglich? „Nein“, sagt Ralf Bommermann, Fraktionsvorsitzender der Unabhängigen (duH) im Stadtrat: „Es mag ja sein, dass die eine oder andere Festivität dort stattfinden kann. Aber Größeres wie Schützenfest oder Prinzen-Biwak? Das funktioniert nicht. Dafür ist der Platz schlichtweg zu klein.“

Fest machen Bommermann und Ratskollege Lothar Kaltenborn (fraktionslos) das Manko an der mehrere Meter breiten Stufe, die sich parallel zum Rathaus-Center über die gesamte Platzlänge hinzieht. „Ich weiß nicht, wie viel Quadratmeter die Stufe kostet — aber mehr als ein 15 mal 25 Meter großes Standardzelt passt auf das verbliebene Areal garantiert nicht“, sagt Bommermann.

Erst recht nicht, wenn — wie beim Biwak der Musketiere — ein größeres Zelt, ein Pavillon fürs Catering, Umkleidemöglichkeiten für die Garden und Toilettenwagen hinzukämen. Der duH-Mann sollte es wissen, schließlich ist er nicht nur der Chef des hiesigen Karnevalsmuseums, sondern zudem langjähriges Mitglied der Musketiere.

„Hinzu kommen die ausladenden Holzbänke“, ergänzt Kaltenborn: „Sie sehen zwar schön aus, kosten aufgrund dessen, dass sie versetzt angebracht sind, aber mehr Platz als erforderlich.“

Für die beiden Ratsherren ist insbesondere die Stufe eine „architektonische Spielerei“, die obendrein im Dunkeln eine Stolperfalle sei. „Wenn schon ein Höhenunterschied auf dem abfallenden Platz ausgeglichen werden muss, dann hätte es vielleicht auch eine leicht ansteigende Rampe getan“, sagt Kaltenborn.

So aber sei den Hildenern ein Schildbürgerstreich serviert worden. „Da wird der Ellen-Wiederhold-Platz für 1,9 Millionen Euro saniert unter der Maßgabe, dass er den Alten Markt für Großveranstaltungen ablöst — und dann so etwas“, sagt Kaltenborn

Kopfschütteln gibt es auch von Heimo Haupt, dem stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden der Freien Liberalen. Als Initiator des Bürgerbegehrens „Hände weg vom Alten Markt“ erinnert er an genau dieses Versprechen: „Der damalige Bürgermeister Günter Scheib hat uns im Namen der Verwaltung zugesagt, dass nach der Fertigstellung des Ellen-Wiederhold-Platzes die Großveranstaltungen ausschließlich dort stattfinden würden.“

Harald Mittmann, Leiter des städtischen Tiefbauamtes, wehrt sich gegen die Vorwürfe. „Zum einen hatten wir bestimmte Vorgaben — auch, was die Zeltgrößen angeht. Sie wurden eingehalten. Und was die Bänke angeht: Sie sind absichtlich so positioniert, weil sich darunter die Entlüftungseinrichtungen für die Tiefgarage befinden. Selbst wenn die Bänke anders stehen würden, könnte kein Zelt über der Entlüftung errichtet werden“, sagt Mittmann.

Und die Stufe? „Es gibt nun mal Höhenunterschiede auf dem Platz, und die müssen ausgeglichen werden“, sagt der Amtsleiter. Außerdem habe der Wiederhold-Platz bestimmte gestalterische Elemente erhalten, „um Raum für Rettungswege zu bieten und den Sicherheitsabstand zur Bebauung rundherum zu gewährleisten“, sagt Mittmann.

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