Straße Grünewald bleibt Baustelle

Weicher Asphalt, keine Markierungen — die Anwohner leben seit Juni in einem Baugebiet.

Hilden. Anwohnerin Beata Zielkens wohnt immer noch in einer Baustelle. Seit dem 13. Juni durfte sie nicht vor ihrer Haustür auf der Straße Grünewald parken, zumindest nicht zwischen 7 und 20 Uhr. Nachdem die erste Asphaltschicht aufgebracht worden war, bemängelte sie, dass der Asphalt weich sei und das Parken vor der Haustür deshalb immer noch nicht möglich.

„Für mich ist das nicht so schlimm, aber hier wohnen viele ältere Leute“, sagte sie Anfang Juli. Dagmar Johanns 82-jährige Mutter Ursula Schlenz zum Beispiel: „Meine Mutter benötigt einen Rollator. Für sie ist das schlecht“, bestätigt Johann. „Wir haben uns schon jede ein paar Schuhe versaut.“ Das Aufbringen des Vorprofils und das abschließende Auftragen der Asphaltdeckschicht waren ursprünglich für die Woche 18. bis 22. Juni geplant.

Aber: „Erst verschob sich der Termin aus organisatorischen Gründen, dann machte der Regen der Firma einen Strich durch die Rechnung und am Montag, 25. Juni, hat dann spontan auch noch die Mischanlage des Einbaufahrzeuges den Geist aufgegeben. Manchmal kommt einfach alles zusammen“, bedauerte Baudezernentin Rita Hoff Anfang Juli. So kam es, dass die erste weiche Asphaltschicht mit Verspätung aufgetragen wurde. Inzwischen ist das Einbaufahrzeug wieder im Einsatz und die Asphaltdeckschicht aufgetragen, die Bewohner dürfen wieder in der Sackgasse parken, aber zufrieden sind sie immer noch nicht: „Auch diese Schicht ist an heißen Tagen weich und man trägt ständig kleine schwarze Steinchen in die Wohnung. Die Parkverbotsschilder wurden einfach umgedreht, aber noch nicht abgeholt und die Fahrbahnmarkierungen fehlen noch“, klagt Zielkens. Sven Köhler vom Tiefbauamt erklärt, warum das so ist.

„Bei Instandsetzungsarbeiten wird mit Kalt-Asphalt ausgebessert.“ Das sei kosten günstiger und gehe normalerweise schnell. Der Nachteil bei diesen Verfahren sei es, dass die „Dünndecke“, also die Asphaltschicht, die aufgetragen wird, großporig sei und sich erst setzen müsse. Das dauert eine Weile. „Je häufiger die Straße befahren wird, desto schneller geht es. In Sackgassen dauert es entsprechend länger.“ Also alles ganz normal aus Sicht der Stadt. „Die Firma, die wir mit den Arbeiten beauftragt haben, ist geprüft und Mitglied in einem Fachverband.

Warum die Schilder noch nicht abgeholt worden sind, kann Köhler nur vermuten: „Das ist wieder eine andere Firma, die dafür zuständig ist. Vielleicht holt sie die erst, wenn sie woanders gebraucht werden.“ Da das Setzen des Asphalts Zeit braucht, wird die Fahrbahn erst in einigen Wochen markiert. Ein kleiner Trost: „Das hält mindestens acht bis zwölf Jahre.“