Alles Gute zum Star-Wars-Tag!: Star Wars ist viel mehr als nur ein Hobby

Alles Gute zum Star-Wars-Tag! : Star Wars ist viel mehr als nur ein Hobby

Heute ist der internationale Star-Wars-Tag „May the fourth“. Weltweit feiern Fans die Weltraumsaga. Der Hildener Patrick de Vries ist schon von Kindesbeinen an ein großer Fan. Er „dient“ auch dem Imperium.

Es als Hobby zu bezeichnen, wäre wohl maßlos untertrieben, Leidenschaft trifft es viel eher: Seit er vier Jahre alt ist, ist Patrick de Vries Fan der Star-Wars-Filme. Dieser Tage ist die Sternenkriege-Trilogie auch bei ihm wieder besonders präsent – nicht nur, weil am heutigen 4. Mai Star-Wars-Day und damit inoffizieller Feiertag der Fans ist. Gerade erst ist der Trailer zu „Star Wars: Episode 9: The Rise of Skywalker“ erschienen: Echte Fans haben bereits mit dem Nachbau erster Teile aus dem Film begonnen.

Beim Zuschauen hat es auch der 41-jährige de Vries nicht belassen: Der gebürtige Hildener gehört mit der Mitgliedskennung RC-8278 zur 501st German Garrison, dem deutschen Ableger der 501st Legion als weltgrößtem Star-Wars-Kostümclub mit mehr als 10 000 aktiven Mitgliedern. Mitmachen kann dort nur, wer ein „filmakkurates“ imperiales Kostüm besitzt – soll heißen: Bis auf die Farbnuance genau muss die Nachbildung dem Original im Film entsprechen. „Nur so dürfen wir kanonische Events wie Filmpremieren oder andere offizielle Veranstaltungen bestreiten“, erzählt Patrick de Vries und betont: „Wir sind mehr als ein paar Bekloppte in Kostümen. Wir sind von den Filmemachern anerkannt, werden gelegentlich sogar zu Filmauftritten gerufen.“

Patrick de Vries lebt in Haan und ist schon lange Star Wars-Fan. Foto: Köhlen, Stephan (teph)

Er hat sich sein Kostüm in vier Monaten Arbeit selbst gebaut, der originalgetreue Helm stammt aus dem 3D-Drucker. Mehr als 3000 Euro sind dort hineingeflossen, seit 2011 tritt er als Republic Commando auf. Ganz schwarz ist seine Montur, sie anzuziehen ein Kraft- und Balanceakt.

Großer Kostümaufwand
für den guten Zweck

Das sogenannte Abdomen als Bauch- und Unterleibsschutz kann de Vries gerade noch selbst anlegen, danach wird Bücken und Bewegen schon deutlich schwieriger. Ober- und Unterschenkelschutz, Schuhe, Halskrause, Brust- und Schulterpanzer, Handschuhe – umfunktioniert aus Motorradhandschuhen – kommen nur mit Unterstützung an den Mann. Dafür sieht er dem Original hinterher zum Verwechseln ähnlich. Sogar an die Simulation des Funk­rauschens, das die Sprache der Krieger unverwechselbar macht, ist bei seinem Kostüm gedacht: Dafür hat Patrick de Vries einen Lautsprecher im Brustpanzer eingebaut. „Ich könnte jetzt ein paar Stunden darin aushalten“, sagt er. Bequem sei allerdings anders, hohe Temperatur bei einem Auftritt nicht sein Freund.

Doch für den guten Zweck ist dem 41-jährigen Hildener der Aufwand nicht zu groß. Denn die German Garrison tritt bis zu 180 mal im Jahr bei Kindergeburtstagen, Filmpremieren und anderen offiziellen Veranstaltungen und Charity-Events zum Beispiel in Kinderhospizen oder bei der Deutschen Knochenmark Spenderdatei DKMS auf.

Großer Auftritt vor Zuschauern im Amphitheater von Legoland

Zwei Ereignisse sind de Vries besonders in Erinnerung geblieben: 2012 war er bei einem Auftritt im Amphitheater von Legoland vor 3000 Zuschauern dabei. Mit 250 Star-Wars-Freunden trat er dort in voller Montur auf – beeindruckend, sowohl für die Besucher als auch für die Kostümierten selbst. Ein anderes Mal hat er mit seinem Kostüm, das nicht oft zu sehen ist, einem kleinen Jungen und Fan dieser Figur eine ganz besondere Freude machen können. „Ich habe persönlich gerade von den Wohltätigkeitsveranstaltungen sehr viel. Jetzt kann ich anderen das geben, was ich als Kind gerne gehabt hätte“, sagt Patrick de Vries.

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