Stadtentwicklung - Rahmenplan in der Sackgasse

Stadtentwicklung - Rahmenplan in der Sackgasse

Der Streit um die Siedlung des Bauvereins im Hildener Süden geht weiter – mindestens noch ein Jahr.

Hilden. Für die Diskussion um den städtebaulichen Rahmenplan für den Hildener Süden ist kein Ende in Sicht. Auf der letzten Stadtentwicklungsausschuss-Sitzung des Jahres vertagten die Fraktionen die Entscheidung über einen möglichen Bebauungsplan für das Gelände des gemeinnützigen Bauvereins zwischen den Straßen An den Linden, Ohligser Weg und Kirschenweg.

Um überhaupt eine Entscheidung treffen zu können, ob gebaut werden darf oder die Siedlung so erhalten bleibt, wie sie ist, wollen sich die Fratkionen erst noch einmal eine externe Fachberatung holen. Bis auf die SPD, die sich enthielt, stimmten alle Fraktionen dieser Zwischenlösung zu.

Vor allem für die Abstimmung für die von den Anwohnern beantragte Erhaltungssatzung, nach der das Viertel in seiner historischen Grundstruktur nicht geändert werden darf, brauchen die Politiker mehr Wissen.

Ob eine derartige Satzung auf den Bereich zutrifft, kann derzeit nämlich noch niemand sagen. Deswegen bittet die Stadt den Bauverein, der die Umstrukturierung realisieren möchte, das Amt für Denkmalpflege des Landschaftsverbandes Rheinland (LVR) für einen Fachvortrag vor dem Ausschuss zu gewinnen.

Dieses solle aber nicht nur grundsätzlich über Erhaltungssatzungen referieren, sondern konkret über die Chancen der Siedlung im Hildener Süden auf eine solche.

"Die Frage ist allerdings, ob der LVR dafür eine fundierte Vorarbeit benötigt", sagte Peter Stuhlträger, Leiter des Hildener Planungs- und Vermessungsamtes. Braucht der LVR Vorarbeit, werden Kosten in Höhe von rund 20000 Euro für ein Gutachten fällig.

Doch weder die Stadt noch der Bauverein, der ohnehin kein Interesse an einer Erhaltungssatzung hat, wollen diese Kosten übernehmen. Dementsprechend ist noch unklar, wie es weitergehen wird.

Die zweite Wissenslücke des Ausschusses soll durch einen Antrag der Freien Liberalen geschlossen werden. Dieser fordert ein "ökologisches Gutachten" zum Artenschutz, das sich über zwei Phasen - Frühling und Herbst - erstrecken soll.

Da der Antrag erst diese Woche eingereicht wurde, wird erst im neuen Jahr über ihn entschieden. Bis das Gutachten dann erstellt ist, und die gewonnenen Erkenntnisse zur Abstimmung vorliegen, dauert es mindestens noch zehn Monate. So geht die Diskussion um das Gesamtprojekt weiter. Eine Entscheidung ist nicht vor Ende 2011 zu erwarten - frühestens.

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