Stadt will Wald zwischen Bahn und Hofstraße anlegen

Hilden : Entlang der Bahnstrecke entsteht ein Wald

Der Antrag der Hildener CDU wurde einstimmig angenommen. Jetzt muss der Flächennutzungsplan geändert werden.

Es geht um einen etwa 70 Meter breiten Streifen östlich der Güterbahnstrecke Mühlheim–Speldorf–Troisdorf und der Hofstraße im Hildener Süden. Dieses Areal ist etwa 16 000 Quadratmeter groß, wird aktuell landwirtschaftlich genutzt und reicht im Süden bis zum Bolzplatz Karnap.

Dort möchte die CDU einen „urbanen Wald“ anlegen – und stieß dabei bei allen anderen Fraktionen auf Zustimmung (nur die Bürgeraktion enthielt sich der Stimme). Der kleine Wald binde Kohlendioxid, tue damit dem Klima gut und kühle an heißen Tagen um bis zu sechs Grad in bis zu 400 Meter Entfernung, listet die Verwaltung die Vorzüge aus. Zudem trage er zum Lärmschutz bei. Und nach etwa 15 Jahren könne der Boden auch wieder deutlich mehr Wasser speichern als die Ackerfläche heute.

Der Flächennutzungsplan
sieht derzeit noch Gewerbe vor

Allerdings muss für das Vorhaben der Flächennutzungsplan geändert werden. Aktuell sieht er dort noch Gewerbe vor. Für das Gewerbegebiet Nord soll es auch künftig eine Erweiterungsmöglichkeit geben, folgte die Politik einer Empfehlung der städtischen Wirtschaftsförderung. Die Änderung des Flächennutzungsplans werde nicht einfach, deutet Baudezernent Peter Stuhlträger an. Die Fläche gehört in großen Teilen der Stadt Hilden und ist an einen Landwirt verpachtet. Stuhlträger empfahl dringend, zunächst die Anregungen und Bedenken der beteiligten Behörden einzuholen. Darunter die Landwirtschaftskammer, möglicherweise die Untere Landschaftsbehörde des Kreises sowie die Deutsche Bahn. Im aktuellen Regionalplan sei die Fläche noch als Allgemeiner Siedlungsraumbereich dargestellt. Die Bezirksregierung Düsseldorf wandelt aktuell Freiräume in Siedlungsbereiche um, um den wachsenden Bedarf an Wohnbauflächen zu befriedigen.

Die umgekehrte Weg müsse gut begründet werden, sagt die Verwaltung. Außerdem müsse eine Erstaufforstung genehmigt werden. Das bedeutet: Einfach schon mal loslegen und Bäume pflanzen, wie sich viele Stadtverordnete wünschten, ist nicht möglich.

Und dann ist da noch der Pachtvertrag mit dem Hildener Landwirt Ferdinand Wirtz. Dieser muss zunächst gekündigt werden. Die Bürgeraktion macht ihre Zustimmung davon abhängig, dass die Stadt ein Einvernehmen mit Wirtz herstellt. Dafür gab es aber keine
Mehrheit.

Der Landwirt sei Pächter, erläuterte der Baudezernent. Er habe keinen Anspruch darauf, dass die Stadt Hilden als Eigentümerin die Fläche zur Verfügung stellt. Der Stadtrat habe zu entscheiden, was die Kommune mit der Fläche macht.

Ferdinand Wirtz bewirtschaftet zwischen Hofstraße und Güterzugstrecke rund 4,5 Hektar. Die Flächen sind gepachtet. Sie gehören zum Teil der Stadt, zum Teil privaten Eigentümern. „Wir brauchen jeden Quadratmeter, um Futter/Heu für unsere Pensionspferde zu machen“, erläutert er.

Zusammen mit seinem Sohn betreibt er auf 62 Hektar Landwirtschaft. In den vergangenen Jahren habe er zwölf Hektar an landwirtschaftlicher Produktionsfläche verloren – unwiederbringlich. Das Problem haben alle Bauern in der Nähe von Ballungsräumen. Ihre Pachtflächen werden in Gewerbeflächen umgewandelt wie etwa im Technologiepark Haan, für Infrastrukturprojekte benötigt oder als Grünausgleich für Baumaßnahmen aufgeforstet. Und sind damit für immer für die Landwirtschaft verloren.

Rund 33 öffentliche geförderte Wohnungen sollen entstehen

Der Umwandlung von Acker in Wald kann Ferdinand Wirtz auch aus anderen Gründen wenig abgewinnen. Hilden sei von viel Wald umgebe. Und die Deutsche Bahn gebe gerade viel Geld aus, um rechts und links ihrer Gleise alle Bäume fällen zu lassen, damit sie beim nächsten Sturm nicht wieder umstürzen und dann die Strecken blockieren. CDU und SPD haben mit ihrer Mehrheit beschlossen, an der Hofstraße 150 auf städtischem Grund rund 33 öffentlich geförderte Wohnungen zu erreichten.

Dieses ehrgeizige Projekt wird durch die Aufforstungspläne nicht berührt. Diese Fläche sei auch nicht verpachtet, bestätigte der Baudezernent auf Nachfrage im jümgsten Stadtentwicklungsausschuss der Stadt Hilden.