Stadt will Senioren mit jungen Helfern zusammenbringen

Aktion in Haan : Junge Helfer unterstützen Haaner Senioren

Der Stadtrat gab bereits eine allgemeine Empfehlung ab. Und es gibt Vorbilder.

Der Seniorenbeirat und das Jugendparlament der Stadt Haan planen, im kommenden Jahr eine sogenannte Taschengeldbörse einzuführen. Sie soll einerseits Menschen helfen, die Aufgaben der haushaltsnahen Dienstleistungen nicht oder nur unter großem Aufwand selbst erledigen könnten – etwa Rasenmähen, Einkaufen, Behörden- oder Botengänge.

 Auf der anderen Seite wollen die Organisatoren vertrauenswürdige Jugendliche und junge Erwachsene (Schüler/Studenten) ansprechen, „die Zeit zur Verfügung stellen können und den Hilfesuchenden gerne gegen ein Taschengeld zur Hand gehen wollen.”

Hilfesuchende können entscheiden, wie viel sie bezahlen

 Dabei stehe es den Hilfesuchenden frei, in welcher Höhe die jeweiligen Dienstleistungen und Handreichungen entlohnt werden. Eine allgemeine Empfehlung wurde jetzt im Stadtrat aber abgegeben: „Viele Beispiele aus den Nachbarstädten hätten sich an fünf Euro pro Stunde orientiert. Als Vorbild soll die Taschengeldbörse in Hilden dienen, die es schon seit vielen Jahren gibt.

Auch in Solingen ist seit 2009 die Taschengeldbörse etabliert. Dort heißt es: „ In Trägerschaft der Awo Arbeit & Qualifizierung gGmbH Solingen und in Kooperation mit dem Seniorenbeirat und dem Jugendstadtrat entstand durch das Zusammenbringen von Jobbern und Jobanbietern ein unmittelbarer Dialog zwischen den Generationen, der zu zahlreichen positiven Nebeneffekten führte.„Um einen optimalen Ablauf zu gewährleisten, bedarf es jedoch einer koordinierenden Tätigkeit, die alle Hilfsbedürftigen und Anbieter listet, die Anbieter auf Vertrauenswürdigkeit prüft, Kontakte herstellt und laufend vermittelt”, heißt es in der Projektbeschreibung der Stadt Haan.

Die Arbeiterwohlfahrt habe sich prinzipiell dazu bereit erklärt, heißt es weiter – will aber die entstehenden Kosten erstattet bekommen. 450 Euro hat die Verwaltung pro Monat veranschlagt. Die 5400 Euro für das erste Jahr wurden jetzt im Stadtrat beschlossen. Ende des kommenden Jahres soll die Haaner Awo nachweisen, wie viele Vermittlungen es insgesamt gegeben hat.

Auch in dieser Hinsicht ist Solingen Vorbild: Seit ihrer Gründung vor über fünf Jahren ist die dortige Taschengeldbörse zu einem Selbstläufer geworden. Mittlerweile haben sich 600 Jugendliche als Jobsucher registriert und 500 Personen, darunter viele Senioren, haben sich als Jobanbieter angemeldet.

Somit konnte die Koordinierungsstelle zahlreiche Jobber und Jobanbieterinnen/Jobanbieter zusammenbringen. Der Erfolg der Taschengeldbörse spiegelt sich darüber hinaus in den Anfragen von Akteuren aus anderen Städten und Gemeinden wider. An gleich mehrere Interessenten deutschlandweit gab die Arbeiterwohlfahrt Arbeit & Qualifizierung gGmbH Solingen bereits ihre guten Erfahrungen mit der Taschengeldbörse weiter.

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