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Stadt Haan plant Sternenkinderfeld auf dem Waldfriedhof

Haan : Haan plant Gräberfeld für Sternenkinder

Am Waldfriedhof soll ein Ort des Gedenkens für Kinder entstehen, die vor, während oder kurz nach der Geburt gestorben sind.

Es ist ein liebevoller Name, mit dem zugleich so viel Traurigkeit verbunden ist: Sternenkinder – Kinder, die schon vor, während oder kurz nach der Geburt gestorben sind. Für die verwaisten Eltern möchte die Stadt Haan einen Ort des Gedenkens, eine Rückzugsmöglichkeit für Betroffene und die Möglichkeit der Beisetzung für Sternenkinder schaffen: Sie plant auf dem städtischen Waldfriedhof an der Leichlinger Straße ein Sternenkinderfeld. Politisch beraten wird darüber im Stadtentwicklungsausschuss am 17. März,

Widerstand gegen die Pläne erwartet Bürgermeisterin Bettina Warnecke nicht: „Der Tod eines Kindes ist eine höchst emotionale Angelegenheit. Es kann nicht wahr sein, dass es in Haan keinen Platz zum Gedenken gibt“, sagt sie. „Wir möchten einen Ort schaffen, an dem die Sternenkinder ihr Zuhause finden.“

Die Verwaltung hat sich in den letzten Monaten mit der evangelischen und katholischen Kirche über ein Sternenkinderfeld ausgetauscht, auch mit Vertretern der Hospiz- und Trauerbegleitung, örtlichen Bestattern und einem Steinmetz. „Die Resonanz ist überall positiv. Wir würden damit eine Lücke schließen“, erzählt Torsten Rekindt, Leiter des Bauverwaltungsamtes, von den Gesprächen.

Bislang ist es in Haan möglich, Kinder in Familien- oder Kindergräbern beizusetzen. Das neu gestaltete Feld soll ein zusätzliches Angebot sein. Seitens der Eltern ist ein entsprechendes Anliegen bislang zwar nicht an die Stadt herangetragen worden, doch die Initiatoren sind überzeugt: Viele würden das Angebot annehmen. Oftmals werde die Bestattung eines Sternenkindes in der emotionalen Ausnahmesituation gar nicht thematisiert, gesetzlich vorgeschrieben ist sie erst ab einem Geburtsgewicht von mehr als 500 Gramm. Auch lägen keine konkreten Zahlen für Sternenkinder in Haan vor, weil es vor Ort keine Geburtsstation gebe. Aus den Gesprächen wisse man aber, dass rund 40 Prozent aller Schwangerschaften mit einer Fehlgeburt endeten.

Nun will die Stadt an Krankenhäuser unter anderem in Hilden, Barmen, Solingen und Düsseldorf herantreten, in denen viele Frauen aus Haan entbinden: „Wir müssen mit ihnen sprechen, ob es eine Möglichkeit gibt, die Haaner Sternenkinder von den anderen zu trennen, damit sie hier beigesetzt werden können“, sagt Rekindt. Damit würde es auch keine Entsorgung dieser Föten und Frühgeburten in den Krankenhäusern mehr geben. Wie das Sternenkinderfeld gestaltet werden soll, will die Verwaltung mit den Vertretern der christlichen Kirche besprechen.

Auf dem städtischen Waldfriedhof steht eine Fläche von 300 bis 400 Quadratmetern zur Verfügung. Ein Steinmetz erwägt, einen Grabstein zu spenden, auf jeden Fall soll der Ort als Ruhestätte für die Sternenkinder gut zu erkennen sein. „Es wird ganz sicher kein Geschäftsmodell, um damit Geld zu verdienen. Unser Ziel ist die Kostenneutralität“, betont Peter Kannemann, technischer Betriebsleiter des Friedhofes.