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St.-Josefs-Krankenhaus Hilden baut für 14 Millionen Euro aus

Hilden : Ein Patientenzimmer wiegt 20 Tonnen

5000 Quadratmeter Zusatzfläche entstehen in einem Neubau auf dem Gelände des St.-Josefs-Krankenhauses in Hilden. Damit der Erweiterungsbau schnell voran geht, wird in Modulbauweise gearbeitet.

Seine 20 Tonnen Gewicht merkt man ihm nicht an. Leicht schwebt das neue Zimmer in nur zwei Minuten über das Krankenhausgelände bis zu seinem endgültigen Bestimmungsort. Dort wird es im Dauerregen von vier Männern in Empfang genommen und fest verschweißt: So entstehen moderne Kreuzfahrtschiffe – oder Krankenhäuser wie derzeit in Hilden. Zumindest eine Erweiterung. 56 Raummodule von bis zu 20,50 Meter Länge werden hier im Innenhof des St.-Josefs-Krankenhauses Hilden auf das bereits – konventionell – gebaute Unter- und Erdgeschoss gestapelt. 5000 zusätzliche Quadratmeter entstehen so.

Der der neue Krankenhaustrakt besteht aus 56 Raummodulen

Ein Jahr hat das Team um den Architekten Thomas Pütz geplant, bis jetzt die ersten vorgefertigten Raummodule ihren Bestimmungsort erreichten. „Es ist nicht nur eine technische, sondern auch eine logistische Herausforderung, auf dem eng begrenzten Bauplatz bei laufendem Betrieb zu bauen“, sagt der Projektleiter aus der Technischen Abteilung der Kplus-Gruppe, zu der auch das Hildener Krankenhaus gehört. Den Ausschlag für die Modulbauweise hat letztlich die kürzere Bauzeit gegeben, die dann durch die Vorfertigung auch noch witterungsunabhängig ist. Verzögerungen durch Eis und Schnee und Dauerregen wird es nicht geben. Thomas Pütz ist sicher: Im Sommer 2020 werden die ersten Patienten die neuen Patientenzimmer Haus D beziehen können.

Drei Bettenstationen werden entstehen, die modern ausgestattet jeweils mit einem eigenen Bad die Patientenzimmer im Altbau ablösen werden. „Unsere Patienten möchten gute Medizin und Pflege, aber auch Komfort“, sagt Claudia Thomas. Und den könne man ihnen ab kommenden Sommer besser bieten, so die stellvertretende Krankenhaus-Direktorin weiter. Das gelte auch für die neue Cafeteria, die dann aus einem Nebengebäude direkt ins Erdgeschoss des Krankenhauses zieht. Direkt am bestehenden OP und dem Aufwachraum, in dem die Patienten nach dem Eingriff intensiv überwacht werden, wird sich im ersten Stock ein ambulantes Eingriffszentrum anschließen. „Wir wollen für die ambulanten Operationen die Abläufe für Patienten, aber auch für unsere Mitarbeiter verbessern“, erklärt Claudia Thomas.

Der viergeschossigen Neubau kostet 14 Millionen Euro

Rund 14 Millionen Euro sind für den viergeschossigen Bau veranschlagt, die nicht allein in Wände investiert sind. Die ganze vierte Etage ist der Technik, der Lüftungszentrale, vorbehalten. „Hier werden die Anlagen untergebracht, die Temperatur, Luftfeuchte und -qualität beeinflussen“, sagt Thomas Pütz, der schon viele Bauprojekte begleitet hat. Mit Alho-Systembau hat er einen international erfahrenen Systembauer an der Seite, der auch die Logistik mit der Anlieferung, Lagerung und Abruf der Bauelemente geplant hat. Bis zum 29. November werden nachts Raummodule mit Schwerlasttransporten nach Hilden gebracht, auf dem Ostring und der Walder Straße zwischengelagert und Stück für Stück abgerufen. „Wir sind gut in der Zeit“, sagt Thomas.

Im Anschluss an den Bauteil D sollen der Bauteil B und der OP-Bereich saniert werden. Der Aufsichtsrat der Kplus-Gruppe hat einen Masterplan für die Modernisierung des Hildener St.-Josefs-Krankenhauses gebilligt. Finanziert wird über Darlehen, Baupauschale und Eigenmittel.

Dass die Kplus-Gruppe Millionen in das einzige Hildener Krankenhaus investiert, ist eine gute Nachricht – für die Hildener und die rund 300 Mitarbeiter der Klinik. NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) hat vor einigen Wochen einen neuen Kurs in der Krankenhausplanung angekündigt. Künftig soll nicht mehr die Bettenzahl als Richtgröße dienen. Die 340 Kliniken in Nordrhein-Westfalen sollen sich spezialisieren und dadurch bessere Leistungen für die Patienten erbringen.

Das St. Josefs Hilden (183 Planbetten) ist da schon auf einem guten Weg. Die unfallchirurgische Ambulanz beispielsweise ist als Endoprothetik-Zentrum anerkannt, die Klinik als lokales Traumazentrum zertifiziert. Das Brustzentrum ist das einzig anerkannte im Kreis Mettmann, die internistische Abteilung ist für das Disease Management Programm für Koronare Herzkrankheit zertifiziert. Das benachbarte Facharztzentrum Mediplus macht es möglich, stationäre und ambulante Angebote eng zu verzahnen. Von den kurzen Wegen profitieren Patienten und Ärzte.