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Sparkasse veröffentlicht Chefgehälter

Sparkasse veröffentlicht Chefgehälter

Sowohl die Hildener als auch die Haaner Bank kommen ihrer Pflicht nach und erfüllen Transparenzgesetz.

Hilden. In Nordrhein-Westfalen müssen Sparkassen die Bezüge ihrer Vorstände und Verwaltungsräte im Einzelnen offenlegen. Das schreibt das Transparenzgesetz vor. NRW-Finanzminister Norbert Walter-Borjans (SPD) hatte Anfang des Jahres die Sparkassen Haan und Hilden-Ratingen-Velbert öffentlich gerügt, weil sie der Veröffentlichungspflicht bislang noch nicht nachgekommen waren.

Die Sparkasse Hilden-Ratingen-Velbert wird jetzt die Einzelbezüge des Vorstandes im Abschluss 2013 veröffentlichen. Obwohl das kommunale Kreditinstitut das Transparenzgesetz nach wie vor für verfassungswidrig hält, hält Vorstandssprecher Oliver Radulovic fest. Der Abschluss 2013 werde in den nächsten Tagen im Bundesanzeiger veröffentlicht — mit den ausgewiesenen Bezügen von Jörg Buschmann (Vorsitzender), Wolfgang Busch (Stellvertreter) und Josef Stopfer (Vorstand).

Die Hildener Bürgermeisterin Birgit Alkenings will — wie ihr Vorgänger Horst Thiele — ihr Gehalt freiwillig veröffentlichen. Thiele erhielt zuletzt rund 101 000 Euro brutto im Jahr. „Bei mir wird es weniger sein, weil ich nicht verheiratet bin und keine Familienzuschläge erhalte“, sagt Alkenings: „Was ein Bürgermeister verdient, kann sich jeder mit Blick in die Gemeindeordnung ausrechnen.“

Von 2015 an müssen die Geschäftsführer aller städtischen Gesellschaften ihre Bezüge im Bundesanzeiger veröffentlichen. Der Vertrag von Hans-Ullrich Schneider, Geschäftsführer der Stadtwerke Hilden, wurde im Juli für fünf Jahre verlängert — verbunden mit der Bedingung, seine Bezüge gemäß Transparenzgesetz offenzulegen. Schneider ist Chef von 150 Mitarbeitern, die im vergangenen Jahr einen Umsatz von gut 61 Millionen Euro erwirtschafteten. Die Stadtwerke Haan sind der Veröffentlichung nachgekommen. Geschäftsführer Stefan Chemelli wurde mit 143 581,40 Euro entlohnt. Die Mitglieder des Aufsichtsrates erhielten insgesamt 7550 Euro.

Die städtische WGH Wohnungsbaugesellschaf Hilden verwaltet 202 Wohnungen. Geschäftsführer Lutz Müller macht seinen Job nur in Teilzeit (20 Stunden) und erhielt dafür im vergangenen Jahr 44 800 Euro brutto. Auch die Gemeinnützigen Seniorendienste Stadt Hilden gehören zum städtischen Konzern. Geschäftsführer ist Holger Reinders. Sein Salär betrug rund 127 000 Euro.

Auch die Stadt-Sparkasse Haan hat jetzt die Gehälter ihrer Chefs veröffentlicht. Der Vorstandsvorsitzende (2013 Peter Vogel, jetzt Udo Vierdag) erhielt im Geschäftsjahr 2013 eine Gesamtvergütung von genau 260 716,64 Euro, das zweite Vorstandsmitglied (2013 Udo Vierdag, heute Axel Weber) 234 019,90 Euro. Beide erhalten ausschließlich feste Bezüge, keine erfolgsbezogenen Boni. Die Mitglieder des Verwaltungsrates erhielten 55 243,20 Euro. Die Bezüge unterscheiden sich nach Funktion und Sitzungshäufigkeit. Vorsitzender Rainer Wetterau und Harald Giebels erhielten mit 8415 beziehungsweise 7586,25 die höchsten Einzelbezüge.

Der Haaner Bürgermeister Knut vom Bovert verdient mit knapp 90 000 Euro (2012) weniger als die Chefs der Stadt-Sparkasse und der Stadtwerke. Er veröffentlicht seine Nebentätigkeiten (Einkünfte 2012: rund 3000 Euro) im Amtsblatt. Er betont: „Ich tue das, obwohl das Gesetz eine Veröffentlichung nicht vorschreibt“.