So wird der neue Reichshof

So wird der neue Reichshof

Die Jury hat den Entwurf des Kölner Architekturbüros Molestina ausgewählt.

Hilden. Die Entscheidung der Jury ist gefallen: Der neue Reichshof soll nach den Plänen des Kölner Architektenbüros Molestina gebaut werden.

„Eine wirklich gute Wahl“, sagte am Mittwoch Monsignore Ulrich Hennes, Pfarrer und Vorsitzender des Kirchenvorstands von St. Jacobus, im Namen des Gremiums. „Ich bin sehr zufrieden.“

So soll auf dem Gelände zwischen Mühlen-, Hochdahler- und Mittelstraße ein Komplex entstehen, der in sich zwar geschlossen ist, Wohneinheiten und Gemeindeeinrichtungen trotzdem voneinander trennt.

Rund 80 Besucher - sowohl die Mitglieder des Stadtentwicklungsausschusses, der anschließend tagte, als auch interessierte Bürger - waren der Einladung ins Jugendheim an der Mühlenstraße gefolgt, wo sämtliche Entwürfe noch bis zum 5. Mai zu sehen sind.

„Der Siegerentwurf überzeugt in architektonischer und städtebaulicher Hinsicht“, sagte Martin Halfmann, selbst Architekt und Vorsitzender der Jury (unter anderem auch mit der neuen Baudezernentin Rita Hoff), die insgesamt neun Entwürfe zur Auswahl hatte.

Im Mittelpunkt der Aufgabenstellung für die teilnehmenden Büros — darunter übrigens auch Christof Gemeiner aus Hilden, dessen Vorstellung auf Platz zwei landete — stand, kirchliche Belange mit Wohnen und Arbeiten in Einklang zu bringen.

Der Molestina-Plan sieht entlang der Hochdahler Straße einen Mix aus Büros und Praxen im Erdgeschoss sowie Wohnungen darüber vor. Gleiches gilt für einen dreieckigen Gebäudeteil, der zur Mühlenstraße hin anschließt und mit dem Trakt entlang der Hochdahler Straße eine kleine Hofanlage vorsieht.

Insgesamt sind 65 Wohneinheiten in einer Größenordnung zwischen 50 und 110 Quadratmetern geplant. Unter dem Komplex soll es zudem eine Tiefgarage mit 65 Stellplätzen geben.

Das neue Gemeindezentrum schließt daran an und bildet die Verbindung zur St.-Jacobus-Kirche. „Eine ruhige, dennoch offene Gestaltung mit gezielter Transparenz prägt das Gemeindezentrum“, heißt es dazu in dem Entwurf des Architekturbüros.

„Große Glasflächen sind in eine plastisch gestaltete ruhige muschelartige Grundform eingesetzt, die unaufdringlich an die Historie von St. Jacobus erinnert, und den Kirchenbau ergänzt, ohne in Konkurrenz damit zu treten.“

Der Clou: Die alten Klinkersteine des heutigen Reichshofs werden gesäubert und für die Fassade des Zentrums wieder benutzt. Darüber hinaus soll ein zentrales Oberlicht Licht ins Foyer bringen. „Es ist der Kontrast zwischen Offenheit und Geborgenheit“, formulierte es Pfarrer Hennes.

Der weitere Zeitplan und die Frage, ob die Pläne auch 1:1 umgesetzt werden, ist derweil noch offen und liegt in den Händen der politischen Gremien. Erst einmal muss die Kirche einen Bauantrag einreichen, damit der Investor, die evohaus GmbH aus Karlsruhe, loslegen kann.

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