Kirche : Beim synodalen Weg wird rege diskutiert

Der synodale Weg der katholischen Kirche in Deutschland war Thema im Forum St. Chrysanthus und Daria. Das Publikum diskutierte rege mit.

Zum Vortrag und Meinungsaustausch zum „Synodalen Weg“ im Forum St. Chrysanthus und Daria konnte Reinald Müller aus dem katholischen Pfarrgemeinderat ein interessiertes Publikum, bemerkenswerter Weise überwiegend Frauen, begrüßen. Für den Vortrag zum Thema hatte er Thomas Antkowiak, Geschäftsführer des Bischöflichen Hilfswerks Misereor und Mitglied im Zentralkomitee der deutschen Katholiken sowie zugleich als Vorsitzender des Pfarrgemeinderats Langenfeld, gewinnen können.

Wie sehr die kirchliche Weiterentwicklung im Rahmen des Synodalen Weges, insbesondere vor dem Hintergrund der kein Ende nehmenden aufgedeckten Fälle sexuellen Missbrauchs, vielen engagierten Gläubigen auf den Nägeln brennt, brachte Gerd Irrek, Leiter eines Familienkreises, dazu, das Thema im Forum zu erörtern.

Nicht zuletzt deshalb, weil Papst Franziskus mit seiner Äußerung in der Jesuiten-Zeitschrift „La Civiltà Cattolica „In Deutschland gibt es eine sehr gute evangelische Kirche. Wir brauchen nicht zwei davon“ dem Synodalen Weg mit mehr innerkirchlicher Mitbestimmung durch Laien eine De-Facto-Absage erteilte, wurde es unter den Zuhörern bisweilen sehr emotional. „Wir wollen aber keine zweite evangelische Kirche, wir wollen eine Kirche, die mehr im Sinne des Evangeliums handelt“, erbost sich ein Zuhörer.

Kritik rief der „Wasserkopf“
in der Synode hervor

Klare Worte fand Antkowiak zu den Ergebnissen der MHG-Studie zum sexuellen Missbrauch in der Kirche, in der es nicht nur um Strukturen ging, die Täterschaft begünstigten, sondern auch um „Verantwortung durch Weggucken“. Ausnahmsweise sei es mal nicht die Curie in Rom selbst, die Reformansätze aus Deutschland ignoriere, sondern Corona-bedingt sei der Synodale Weg, der eigentlich im Herbst mit Beschlüssen in vier Themenbereichen beendet hätte sein sollen, in Verzug geraten.

Im Kielwasser von Maria 2.0, forderte auch Antkowiak eine „allgemeine Anerkennung des Engagements der Frauen, ohne dieses diese Kirche nicht geben würde“. Doch der Synodale Weg, in dem Bischofskonferenz und ZdK nach neuen, zeitgemäßen Perspektiven für die Katholische Kirche suchen, erweist sich als verschlungen und steinig.

Als Ursache machten zahlreiche Stimmen im Publikum nicht nur Papst Franziskus und seinen erzkonservativen Nuntius Nikola Eterovic aus, sondern beklagen per se einen Überhang von Mitgliedern des Klerus, also Bischöfe, Priester und Diakone in der Versammlung.

Auch im ZdK gebe es Stimmen, dass zu wenige Laien beteiligt seien, allerdings gäbe es einige junge Leute, deren bisweilen radikale Ideen durchaus Gehör fänden. Aber letztlich liege es immer in der Macht des einzelnen Bischofs, in seiner Diözese Handlungsempfehlungen des Synodalen Weges umzusetzen oder eben nicht. Antkowiak selbst gab zu, dass man in dieser Konstellation von Mehrheitsverhältnissen tatsächlich in Gefahr laufe, das Projekt „Synodaler Weg“ vor die Wand zu fahren. Auch was das in einem Handlungstext propagierte Diakonat von Frauen anbetrifft, ist Skepsis angesagt. „Was bringt das, wenn am Ende in Rom die Ampel auf Rot geschaltet wird“, so Antkowiak.