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Skateanlage in Haan soll attraktiver werden – und sicherer

Sportangebot für Jugendliche in Haan : Pläne für die Skateanlage

Zu wenige Spielgeräte, Stolperfallen: Das Areal für Skater und BMX-Fahrer an der Landstraße hat Nachrüstungsbedarf.

(ied) Ein paar Schritte durch das Waldstück am Rande der Landstraße – dann steht der Besucher auf einer Skateanlage. Naja, wenn man sie denn wirklich als solche bezeichnen möchte: Zwei erkennbar in die Jahre gekommene Geräte auf einer viereckigen Asphaltfläche sind sicherlich nicht jedermanns Vorstellung von einer „Anlage“. „Davon kann man eigentlich gar nicht sprechen“, urteilt zumindest Lisa Kobiella. Vor dem Jahreswechsel wurde die 17-Jährige neu ins Haaner Jugendparlament gewählt. „Solche Dinge wie hier schreien danach, dass man sich um sie kümmert“, bekräftigt sie mit Blick auf die für sportliche Jugendliche eher trostlos anmutende Umgebung. So sieht das auch Dominik Budych, Sprecher des Kreisjugendrates und – bis zur Wahl eines Nachfolgers – noch geschäftsführender Vorsitzender des Haaner Jugendparlaments: „Hier gibt es ziemlich vieles, was verbessert werden muss“, betont der 20-Jährige. Er stieß – auch nach vielen Gesprächen mit Skatern – Veränderungen für das Gelände an. „Früher gab es hier noch zwei Quarterpipes“, erklärt er. Die seien inzwischen abgebaut. Dem Bewegungsdrang von Skatern und BMX-Fahrern können die vorhandenen Anfahr- und Sprung-Gelegenheiten – eine „Pyramide“ und eine stufenartige „Box“ – wohl kaum genügen. 

All jenen, die jetzt einwenden mögen, dass es allzu viele Nutzer des Areals ohnehin nicht gebe, entgegnet Budych: „Natürlich schrumpft die Szene, weil es am Angebot mangelt.“ Manch ein Haaner weiche deshalb nach Erkrath oder sogar Düsseldorf aus. Die Mängelliste der Fläche an der Landstraße ist lang: Die Elemente der Pyramide schließen nicht dicht genug ab. Dadurch tun sich Rillen und Kanten auf – und die wiederum bergen das Risiko von Stürzen. Das gleiche gilt für den Boden, in dem kleine Löcher schnell zu Stolperfallen werden. An den Kanten der Box, an der Skater gern entlang gleiten, hat sich Rost gebildet. Die Oberfläche wiederum ist aufgerauht, nachdem ein Reinigungstrupp dem offenbar länger nicht gesäuberten Gerät mit dem Hochdruckreiniger zu Leibe rückte. Im Sommer könne mitunter auch der Pflanzenwuchs in der Umgebung zum Risiko werden, erklärt Budych. Skater hätten es teilweise selbst in die Hand genommen, überwucherndes Gestrüpp auf der städtischen Fläche zurückzuschneiden. Und schließlich will man als Skater oder Radfahrer auch den massiven Steinquadern, die eigentlich Sitzflächen bieten sollen, wohl nicht zu nahe kommen. Nun ist Bewegung in die Sache gekommen: Das Jugendparlament, das in Rats-Ausschüssen Rede- und Antragsrecht hat, stieß das Thema an. Der Rat machte den Weg frei für die Nachrüstung des Geländes: Ein Ortstermin mit den Beteiligten soll Klarheit über den genauen Bedarf schaffen. Die ursprünglich für neue  Bauelemente veranschlagten 8000 Euro für  sind bereits im Spielflächenleitplan der Stadt enthalten, insgesamt rechnet die Verwaltung mit Kosten von 10 000 und 20 000 Euro für die Aufwertung. „Unser Wunsch ist es, dass bis zum Sommer die entscheidenden Schritte geschafft sind“, sagt Budych.

Mit den Arbeiten an der Landstraße allein soll es aber nach dem Willen der Jugendlichen nicht getan sein. „Mittelfristig steben wir eine große Lösung an – mit Hilfe von Fördertöpfen“, sagt Budych. Wo die liegen könnte, ist unklar. Vielleicht ja in Gruiten. Denn dass es dort attraktivere Angebote für Kinder und Jugendliche gibt, gehört zu den Anliegen von Erik (9) und Vito (10). Sie engagieren sich in einem Arbeitskreis des Kinderparlaments. „Ich bin auch selber einmal vorne übergekippt“, sagt Vito mit Blick auf die Unfallgefahr auf der Skateanlage an der Landstraße. Er fährt Skateboard und Fahrrad. „Hier kann man nicht gut Schwung holen“, ergänzt Erik, der gelegentlich die BMX-Strecke in Gruiten nutzt. Die sei aber auch oft zugewuchert. Ideen für eine Skateranlage hat Erik schon auf Plakatform gebannt. Bei den älteren Mitstreitern des Jugendparlaments rennen die Beiden offene Türen ein. „Wir finden die Ideen gut“, betont Dominik
Budych.