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Schwimmbad: Neustart mit Rollstuhlrampe

Haan : Neue Rampe erleichtert den Zugang zum Haaner Hallenbad

Ab sofort ist das Schwimm-und Sportbad der Stadtwerke Haan wieder für den Publikumsverkehr geöffnet. Es gibt einige Neuerungen – von der neuen Rollstuhlrampe für rund 120.000 Euro bis hin zu einer „Schwimmautobahn“, auf der allerdings ein striktes Überholverbot herrscht.

Fünf Monate hat die Sperrung gedauert – jetzt öffnet das Haaner Schwimm- und Sportbad wieder für die Öffentlichkeit, wenn auch mit neuen Verhaltensmaßregeln. Weil die Corona-Schutzverordnung deutlich erhöhten Reinigungs- und Desinfektionsaufwand bedeutet, sind die Öffnungszeiten deutlich eingeschränkt worden. Montags und donnerstags bleibt das Bad den Schulen und Vereinen vorbehalten. Ansonsten wird es an den anderen Tagen jeweils Öffnungsintervalle von zweieinhalb Stunden geben (siehe Info-Box).

Der Saunabetrieb ist bis auf weiteres eingestellt, denn Teile dieses Bereiches werden für die neue Ein-und Ausgangsregelung benötigt. Das Bad soll künftig über getrennte und entsprechend markierte Ein- und Ausgänge zu betreten und zu verlassen sein.

Weitere Schutzmaßnahmen sind: Begrenzung der gleichzeitig anwesenden Besucher auf 42 Personen; Abstandsgebot von 1,50 Meter in Warteschlangen, Umkleideräume, Duschen sowie auf Wärmebänken; Eintrag in ein datenschutzkonformes Kundenregister; Mund-Nasen-Bedeckung vom Betreten des Bades bis zum Umkleideschrank; Schlüssel für Umkleideschränke werden an der Kasse ausgegeben. Jede zweite Einzelumkleide ist gesperrt. Und auch in den Sammelumkleiden sind Abstandsmarkierungen angebracht.

„Wir wollen sicheren Schwimmbadbetrieb in einer anspruchsvollen Zeit gewährleisten“, sagt Stadtwerke-Chef Stefan Chimelli. Dazu gehört unter anderem die Einrichtung von zwei „Schwimm-Autobahnen“ mit gut sichtbaren Markierungen und verschiedenen Vorgaben: maximal 17 Schwimmer auf einer Autobahn bei absolutem Überholverbot; Betreten und Verlassen des Schwimmerbeckens nur über die gekennzeichneten Ein- und Ausstiege; Einhaltung der vorgegebenen Schwimmrichtung; Rücksichtnahme auf andere.

Behindertengerechte Rampe entspricht neuesten Standards

Für all die Einschränkungen bekommen die Schwimmer allerdings auch richtig was geboten: 120 000 Euro beispielsweise haben sich die Stadtwerke die neue behindertengerechte Rampe kosten lassen. Seniorenbeiratschef Karlo Sattler zeigte sich bei der Präsentation begeistert: „Das entspricht neuesten Standards“, lobte er. Das wiederum freute Architekt Jochen Siebel. Die Rampe befindet sich an der zur Mittelstraße hin gelegenen Gebäudeseite. Sie misst 22 Meter, hat zwei Zwischenpodeste und maximal sechs Prozent Steigung. „Das bedeutet, hier können auch Leute ganz normal mit ihrem Rollstuhl hinauf, ohne, dass sie jemand schieben müsste“, sagt Sattler.

Sieben Kubikmeter Beton sind im Fundament verarbeitet. Die Rampe besteht aus einer Stahlprofilkonstruktion mit Gehflächen aus feuerverzinkten Gitterrosten. „Das haben wir vor allem gemacht, um im Winter keine Probleme mit Schneelasten zu bekommen“, berichtet Siebel. Das Gesamtgewicht des verbauten Stahls beträgt rund 6,5 Tonnen inklusive Edelstahlhandlauf. Jeder Quadratmeter dieser Konstruktion ist in der Lage, 500 Kilogramm zu tragen.

Dass die Stadtwerke in der fünfmonatigen Pause keineswegs untätig geblieben sind, zeigt sich allerdings nicht nur an der Rampe, wie Geschäftsführer Chimelli deutlich macht: „Wir haben umfangreiche Revisions-, Wartungs- und Reparaturarbeiten durchgeführt“, bemerkt er – von der Erneuerung der Fliesenbeläge bis hin zur Entfernung der Glaswand zum Planschbecken.