Schulen wollen mehr Ganztag

Weil in Haan die Betreuungsplätze knapp werden, soll noch vor September über die Erweiterung entschieden werden.

Haan. Der sogenannte rhythmisierte Ganztag ist in Haan ein Erfolgsmodell. Eltern melden ihre Kinder bindend für eine Ganztagsbetreuung an der Grundschule an. Unterricht und Freizeit, Anspannung und Entspannung wechseln sich ab, so dass die Kinder den langen Schultag ihrem Alter gemäß nicht als Stress oder Belastung empfinden.

Jede Grundschule in Haan bietet den rhythmisierten Ganztag in einem Zug an. Nur: Diese Ganztagsplätze können den Bedarf an Betreuung nicht mehr decken. „In Haan gibt es viele gut ausgebildete Mütter, die in ihrem Beruf arbeiten wollen und die Ganztagsbetreuung an unseren Schulen gerne in Anspruch nehmen“, sagt Annegret Buchard, Leiterin der katholischen Don-Bosco-Schule, und spricht für alle fünf Grundschulen in der Stadt.

Deren Schulleiter haben Montag auf die Probleme der steigenden Nachfrage hingewiesen. „Der rhythmisierte Ganztag deckt den Bedarf nicht ab“, sagen auch Susanne Klinkow, Leiterin der Grundschule Unterhaan, Edith Schlaack, Leiterin der Grundschule Bollenberg und Alexa von Saucken, Leiterin der Grundschule Mittelhaan. Sie fordern, zum rhythmisierten Ganztag auch den sogenannten additiven Ganztag wieder einzuführen.

Das könnte dann so aussehen, dass an einer Schule von zwei Klassen eine im rhythmisierten Ganztag ist, in der anderen Klasse sind Kinder, die sowohl halbtags als auch ganztags betreut werden. „Das würden wir natürlich konzeptionell begleiten, damit die Eltern nicht das Gefühl haben, sie haben das schlechtere Modell gewählt“, sagt Susanne Klinkow.

Ob die Ganztagsbetreuung in Haan ausgebaut wird, ist eine politische Entscheidung, die vor September getroffen werden muss. Annegret Buchard: „Nach den Herbstferien beginnen die Anmeldungen. Wir wollen den Eltern Planungssicherheit geben, die müssen wissen, welche Kapazitäten wir haben.