Schmuckstück mit 400 Plätzen

Schmuckstück mit 400 Plätzen

Die neue Aula des Evangelischen Schulzentrums wird zum 150-jährigen Bestehen eingeweiht.

Hilden. „Das isses“, sagt Otmar Scholl, Direktor der Wilhelmine-Fliedner-Realschule, und zeigt auf die frisch renovierte Aula. Dort haben künftig 400 Besucher Platz. „Die Technik ist vom Feinsten, das Ambiente großzügig und die Akustik einfach klasse. Von Kleinigkeiten abgesehen, ist das Schulzentrum damit in einem Stand, der sich wirklich vorzeigen lässt“, sagt Scholl.

Rund 20 Millionen Euro sind in den vergangenen Jahren von der Evangelischen Kirche im Rheinland in die Hand genommen worden, um ihr Schulzentrum an der Gerresheimer Straße — zu dem neben der Realschule das Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasium und das Internat gehören — zu dem werden zu lassen, was es für Scholl ist: keine reine Lehranstalt, „sondern ein Lebensraum für die Schüler.“

Möglich wurden diese enormen Investitionen, deren Höhepunkt 1998 der Bau der Dreifach-Sporthalle war, dank der Landeskirche und ihrer Stiftung. „Ohne diese Gelder wäre nichts Annäherndes passiert“, ist sich Scholl sicher. Zur Reinvestition zumindest eines Teils des Geldes hat die Kirche vor Jahren beispielsweise das 6000 Quadratmeter große Grundstück für rund acht Millionen Euro verkauft, auf dem heute die Bonhoeffer-Siedlung steht.

Scholl, der die Realschule seit nunmehr 21 Jahren leitet, kann sich derweil noch genau an die ersten Sanierungsschritte erinnern. „Mit einer geplatzten Wasserleitung in Haus C des Internats fing alles an“, blickt er zurück. Bei der Schadensbeseitigung wurden dann immer mehr Mängel festgestellt. „Das war gewissermaßen der Startschuss“, sagt Scholl.

Nach der Sanierung des Internats und dem Sporthallen-Bau kamen zig andere Projekte wie die Mensa oder aktuell die Einrichtung eines so genannten Silenciums hinzu. Darin können sich die Schüler demnächst in den Pausen oder Freistunden zurückziehen. „Allein 30 Internet-Plätze sind dort vorgesehen“, sagt Udo Kotthaus, Leiter des Bonhoeffer-Gymnasiums.

Alter, in Kürze komplett sanierter und damit auch neuer Mittelpunkt des Schulzentrums mit seinen rund 2000 Schülern und Internatskindern ist die für 450 000 Euro hergerichtete Aula. „Im März, April dürfte sie fertig sein“, sagt Scholl: „Am 22. Juni gibt es einen Festakt. Dann können wir unseren 150. Geburtstag feiern und die Aula im großen Rahmen einweihen.“

Die Ursprünge des Schulzentrums gehen tatsächlich bis auf das Jahr 1861 zurück. Damals gründete Wilhelmine Fliedner eine Schule für höhere Töchter. „Zwei Jahre später kam Haus Immanuel hier an der Gerresheimer Straße hinzu“, sagt Internatsleiterin Tanja Leberer. Nachdem der Unterricht während der Zeit der Nationalsozialisten ab 1938 eingestellt war, wurde er 1955 wieder aufgenommen. 1957 kam schließlich das „Bonni“ hinzu.

Auf den Lorbeeren ausruhen will man sich im Schulzentrum aber nicht. „Sicher werden wir in den nächsten Jahren nicht mehr so viel Geld benötigen“, sagt Scholl: „Aber zu tun und zu verbessern gibt es immer etwas.“