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Reparieren statt wegwerfen - Hilfe und Anleitung für Schüler im „Repair Café“

Reparieren statt wegwerfen - Hilfe und Anleitung für Schüler im „Repair Café“

Im „Repair Café“ der Realschule gibt es Hilfe und Anleitung bei der Reparatur von kaputten Rädern, Mikrofonen, Stühlen und vielem mehr.

Haan. Mit ihrem Nintendo DS hat Yasemin schon lange nicht mehr gespielt. „Der linke Knopf ist kaputt“, sagt die 13 Jahre alte Realschülerin und zeigt auf die kleine aufgeschraubte Spielkonsole. Neben ihr sitzt Julia (13). Auch an ihrem mobilen Spielgerät sind die Knöpfe kaputt. „Wir haben es aufgeschraubt, um zu sehen, was kaputt ist“, sagt sie, während sie mit einem kleinen Schraubenzieher hantiert. „Es geht nicht ohne neue Knöpfe“, lautet ihr vorläufiges Fazit.

Julia und Yasemin sitzen im Technikraum der Emil-Barth-Realschule. Der öffnet sich einmal im Monat für alle Schüler, Lehrer und jeden, der etwas zu reparieren hat. „Solange es keine Autos sind, die hier vorgefahren werden, übernehmen wir gerne kleinere Reparaturen“, sagt Mathias Wunderlich.

Der 46 Jahre alte Lehrer für Technik und Physik hat Anfang des Jahres das „Repair Café“ an der Schule eröffnet. Ab 13.30 Uhr, direkt nach der letzten Unterrichtsstunde, kommen die Mitglieder der Technik-AG, um kaputte Mikrofone, Headsets, Stühle, Metronome oder auch einen alten Nähkasten aus Holz oder auch mal ein Fahrrad zu reparieren. Jonas (14), Oliver (13) und Antonino (14) gehören auch dazu.

Sie haben einen Sinn für Technik, interessieren sich auch für Physik und Mathe und helfen beispielsweise Julia und Yasemin bei der Reparatur ihrer kleinen Geräte. „Aber wir nehmen auch noch an Wettbewerben teil“, erläutert Oliver. Für den Solarcup in Düsseldorf müssen er und Jonas zum Beispiel mit Hilfe von sieben Solarzellen und einem Motor ein Auto entwickeln, das möglichst schnell acht Meter zurücklegt.

Allen Schülern und Gästen steht Wunderlich mit Rat und Tat zur Seite. Das „Repair Café“ im Schulzentrum einzurichten, war seine Idee. „Mir gefällt der Grundgedanke, der dahintersteht, sehr“, sagt er. „Wir spucken denen in die Suppe, die alles so konstruieren, dass es eigentlich nicht mehr repariert, sondern neu gekauft werden soll.“

Wunderlich betont, dass das Angebot keine Konkurrenz zu bestehenden Werkstätten in der Stadt ist. Vielmehr gehe es darum, die Schüler zu begeistern. „Sie setzen sich praktisch mit einem Thema auseinander“, ergänzt der stellvertretende Schulleiter Heinz Wemmer und freut sich. Denn dieses ganz praktische Arbeiten entspreche dem ursprünglichen Realschulgedanken.

Dass nicht jede Reparatur erfolgreich sein kann, das haben inzwischen auch die Schüler akzeptiert. „Wir haben ja an der Schule den Schwerpunkt Musik und müssen deshalb oft die Mikrofone reparieren“, sagt Jonas. Eines davon rauscht immer noch. Weder die Schüler noch ihr Lehrer konnten den Fehler finden. „Das ist dann Pech“, sagt Jonas.

“ Das Repair Café öffnet am Donnerstag, 13. Juni, ab 13.30 Uhr im Technikraum der Emil-Barth-Realschule (015). Mit etwas Glück kommen die Besucher in den Genuss eines Stück Kuchens. Tanika (15) backt regelmäßig für die Technik-AG.