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Rennradfahrer: In 50 Stunden bis Kärnten

Rennradfahrer: In 50 Stunden bis Kärnten

Fünf Freunde und leidenschaftliche Rennradfahrer starten Ende Mai eine 1000 Kilometer lange Spendentour zugunsten des Kinderhospizes in Olpe.

Haan. Schon seit vielen Jahren sind Rolf Zaß, Peter Dräger, Dirk Mades, Erich Fehrenbacher und Dirk Kohrsmeier leidenschaftlich gern mit ihren Rennrädern unterwegs. Das alljährliche sportliche Highlight der „Radfreunde langer Atem“ ist eine gemeinsame vier- bis fünftägige Radtour.

Die vier Haaner und der Wuppertaler Kohrsmeier fühlen sich auf der Sonnenseite des Lebens — ihnen geht es gut, dessen sind sich die Männer bewusst. Weil das aber nicht alle Menschen von sich behaupten können, machen sie aus ihrer diesjährigen Radtour eine Spendentour. Sie wollen für jeden gefahrenen Kilometer Geld für das Kinderhospiz Balthasar in Olpe sammeln.

Der Haaner Kinderarzt Rolf Peter Zaß wurde über einen Münchener Kinderarzt im Jahr 1997 auf das Projekt aufmerksam, als Eltern sich für die Gründung einer solchen Institution einsetzten. Heute sei es wichtig, immer wieder auf Einrichtungen wie diese aufmerksam zu machen, weil laut Zaß Kinder- und Jugendhospize in staatlichen Finanzierungsmodellen nicht vorgesehen seien. Lediglich 30 Prozent der Kosten werden von Kranken- und Pflegekassen übernommen.

Seit gut einem halben Jahr bereiten sich die fünf Freunde auf ihre erste Spendentour vor — sie wählen ihre Trikots aus, klären die Öffnungszeiten der Alpenpässe, machen Werbung und gewinnen Sponsoren. Neben gemeinsamen Vorbereitungstouren absolviert jeder der Männer einen individuellen Trainingsplan.

Inzwischen sind die Vorbereitungen so gut wie abgeschlossen, in der kommenden Woche soll es planmäßig losgehen. Das Ziel ist der Ossiacher See in Kärnten — dort wollen die Radfreunde innerhalb von 50 Stunden ankommen — 1000 Kilometer und 10 000 Höhenmeter dafür überwinden.

Die Tour ist in einzelne Abschnitte eingeteilt und wird von einem weiteren Freund begleitet, der im Wohnmobil vorausfährt. Er sorgt während der Tour für ausreichend Verpflegung und bei Bedarf für Werkzeug und Ersatzteile. „Vom Taunus über den Spessart, die Romantische Straße, das Altmühltal und das Alpenvorland bis zum Ziel fahren wir nur auf kleineren Straßen. Wir wollen ja auch etwas von der herrlichen Natur mitbekommen“, sagt Rolf Peter Zaß. Geplant seien zwei größere Stopps, bei denen sie jeweils für zwei bis drei Stunden im Wohnmobil schlafen und sich erholen wollen. Die größte Herausforderung werden die 23 Kilometer bis zur Passhöhe des Großglockners sein. Die Steigung beträgt durchgehend 13 Prozent. „Das ist eine der längsten und schwersten Alpenpässe. Zum Vergleich, steile Alpenpässe bei der Tour de France betragen etwa acht Prozent Steigung“, fügt Zaß hinzu.

Dass der Abfahrtstermin näher rückt, ist den Radfreunden anzumerken. Aber ihr Antrieb ist größer denn je. Spendengelder gehen bereits ein, und vier Sponsoren haben sie schon gewonnen Peter Dräger: „Jeder Euro hilft. Allein bis heute sind schon etwa 2000 Euro zusammengekommen.“