Putzen, bis das Wasser kommt

Putzen, bis das Wasser kommt

Seit vergangenen Montag wird das Hildorado auf Vordermann gebracht.

Hilden. 280 000 Besucher strömen Jahr für Jahr ins Hildorado. Familien, Singles, Groß und Klein — alle kommen, um sich im einzigen Spaß- und Freizeitbad des Kreises Mettmann zu vergnügen. Allerdings hinterlässt dieser Andrang seine Spuren. Einmal im Jahr wird das Hildorado daher für knapp 14 Tage geschlossen und von Grund auf überholt.

Seit vergangenem Montag laufen die Arbeiten in der Wasserwelt an der Grünstraße. Seither sind dort zehn Fachfirmen — vom Gerüstbauer über Fliesenleger und Betonsanierer bis zum Elektriker — im Einsatz. Hinzu kommen fünf der 15 hauseigenen Mitarbeiter, die keinen Urlaub genommen haben, sondern tatkräftig mit anpacken. Etwa Alexander Ulrich, Dennis Hiltmann und Christian Zillekens: Mit Hochdruckreinigern, Schrubbern und Schiebern bewaffnet rücken sie dem Schmutz zu Leibe und polieren alles auf Hochglanz.

„Begonnen hat alles mit der Inspektion der hölzernen Dachkonstruktion“, sagt Bäder-Chef Ingo Paßenheim: „Schließlich muss genau überprüft werden, ob sich Feuchtigkeit im Holz festgesetzt hat, und sich möglicherweise Pilze und Fäule breitmachen. Aber es ist alles in Ordnung. Sowohl der Statiker als auch der Holzfachmann haben grünes Licht gegeben.“

Seit Mitte der Woche sind die Becken an der Reihe. Davon gibt es vier im Hildorado: Schwimmer-, Nichtschwimmer-, Freizeit- und Außenbecken — zusammen sind das rund 1000 Quadratmeter Wasserfläche. Hinzu kommt die Überholung des „Drumherums“ wie Sprunganlage, Großrutsche, Beckenumlauf und Startblöcke.

„Dickster Brocken ist natürlich das Schwimmerbecken“, sagt Hildorado-Betriebsleiter Willi Laumen. 850 Kubikmeter Wasser fasst das 25 mal 12,50 Meter große und bis zu 3,80 Meter tiefe Becken. „Nachdem am vergangenen Sonntag gegen 21 Uhr der letzte Gast das Bad verlassen hatte, haben wir mit dem Ablassen des Wassers begonnen. Schließlich wollten wir am Montag zügig loslegen“, sagt Laumen. Mittlerweile ist das Becken gereinigt, und auch das Nachverfugen der Kacheln liegt in den letzten Zügen, so dass in Kürze mit dem Befüllen begonnen werden kann. „Pro Stunde laufen dann 40 Kubikmeter ins Becken. Bei 850 Kubikmetern dauert es fast zwei Tage, bis das Becken wieder randvoll ist“, sagt Laumen.

Aber nicht nur die Becken werden aufpoliert. So bekommt die große Finnensauna komplett neue Sitz- und Liegebänke, und auch die beiden alten Drehkreuze am Eingang wurden abmontiert und durch neue ersetzt. „Nach 18 Jahren und zigtausend Besuchern pro Tag haben sie ihren Dienst getan“, sagt Paßenheim. „In Kürze wird auch das Drehkreuz zum Saunabereich erneuert.“ Die Drehkreuze sind der teuerste Posten der Generalüberholung des Bades: Etwa 50 000 Euro kostet die komplette Maßnahme, die drei Drehkreuze mit ihrer Elektronik schlagen dabei mit 20 000 Euro zu Buche.

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