Präsidium der Kniebachschiffer ist zurückgetreten

Präsidium der Kniebachschiffer ist zurückgetreten

Das komplette Präsidium der Kniebachschiffer ist zurückgetreten. Es gibt Ärger um die Finanzen im Bereich des Tanzcorps.

Hilden. Die Session nähert sich ihrem Höhepunkt — und die Kniebachschiffer stehen ohne Vorstand da. Auf der jüngsten Mitgliederversammlung der Karnevalsgesellschaft ist das Präsidium zurückgetreten. Präsident Thomas Linse, Vizepräsident Hans Schwan und Geschäftsführerin Isa Schwan haben ihre Ämter niedergelegt. Schatzmeister Wolfgang Gronen hatte zuvor erklärt, mit diesem Vorstand nicht mehr zusammenarbeiten zu wollen.

Bei den Unstimmigkeiten geht es ums liebe Geld. In einem offenen Brief an alle 90 Mitglieder der Kniebachschiffer hatte Linse der Leiterin des Tanzcorps, Klaudia Schätzler, vorgehalten, „entgegen geltenden gesetzlichen Regelungen bis August nicht die nötigen Unterschriften für die nicht unerheblichen Finanzaktionen geleistet“ zu haben. Darunter seien auch Summen von mehr als 1500 Euro gewesen, die laut Satzung die Zustimmung des Vorstandes, beziehungsweise der Mitgliederversammlung bedurft hätten.

„Aus diesem Grund und aus unserer Verpflichtung den Mitgliedern gegenüber, haben wir es für unsere Pflicht angesehen, von Wolfgang Gronen erstmals bereits im September eine detaillierte Finanzübersicht zu fordern“, heißt es in dem offenen Brief. Diese Übersicht habe der Vorstand bisher nicht erhalten.

Übergelaufen sei das Fass für den Vorstand, als der geplante Auftritt des Tanzcorps abgesagt wurde, und Linse erst 14 Tage später darüber informiert worden sei. Den Grund für die Absage wollte Klaudia Schätzler am Dienstag gegenüber der WZ nicht kommentieren. Eine Stellungnahme will ihr Ehemann Ralf Schätzler, ehemaliger Präsident der Kniebachschiffer, erst nach dem 19. Januar abgeben. An diesem Tag soll ein neuer Vorstand gewählt werden.

Für Ralf Schätzler sind die gegen seine Ehefrau erhobenen Vorwürfe haltlos. Dies sei bei der Mitgliederversammlung intern widerlegt worden. Dies sieht Linse nicht so. Er habe die Finanzen der Gesellschaft „für die Mitglieder transparenter machen“ wollen. „Das war aber scheinbar nicht gewünscht“, sagt er.

Der zurückgetretene Vorstand habe sich nach Kräften bemüht, Licht in die finanzielle Situation des Vereins zu bringen. Dazu wurde sogar anwaltliche Hilfe in Anspruch genommen.

Da der Vorstand auf der Mitgliederversammlung nicht die erhoffte Rückendeckung erhalten hat, wurde mit dem Rücktritt die Konsequenz daraus gezogen.

Alle drei wollen ihre Mitgliedschaft bei den Kniebachschiffern kündigen. Linse liegen nach eigenen Angaben bereits Nachfragen von anderen Hildener Karnevalsgesellschaften vor, sein Können dort einzusetzen. Die Kniebachschiffer selbst liegen ihm aber weiter am Herzen: „Ich hoffe, dass jetzt der richtige Vorstand gewählt wird“, sagt er.

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