Postagentur öffnet in Marktpassage

Die neue Postfiliale wird in einem Zeitschriftenladen untergebracht. Damit sind alle Läden der Haaner Einkaufszeile vermietet.

Haan. Für Hamza Korkmaz und seine Frau Nadine Seehower-Korkmaz ist es eine Heimkehr. „Wir kommen aus Haan und wohnen derzeit in Wuppertal. Aber wir haben hier noch alle alten Freunde“, sagt Hamza Korkmaz. Daher fiel dem Ehepaar die Entscheidung leicht, in Haan ein Geschäft zu eröffnen: Ab dem 2. Januar bieten sie in der Markpassage auf rund 100 Quadratmetern Zeitschriften, Tabakwaren, Fahrkarten der Rheinbahn und die Dienstleistungen einer Postagentur an. Gestern stellten sich die neuen Eigentümer in einem Pressegespräch vor. Mit dabei waren Bürgermeisterin Bettina Warnecke und Wirtschaftsförderer Jürgen Simon sowie Lucas Mertens und Torben Fuhrmann, die zur Eigentümergesellschaft gehören.

Mertens und Fuhrmann waren hocherfreut: Endlich sei ein langer Leerstand geschlossen — und das mit einem Mieter, „der eine eigene Frequenz mit sich bringt“. Das heißt, die Beteiligten erwarten für den neuen Laden eine große Zahl an Kunden. Das wird auch dem Umstand zu verdanken sein, dass Hamza Korkmaz und seine Frau in dem Geschäft eine Postagentur betreiben. Sie soll künftig die Postfiliale an der Kaiserstraße ersetzen, die zum 30. Dezember schließt.

Hamza Korkmaz, Händler

Das kann sie indes nicht ganz, denn die Finanzdienstleistungen der Postbank wird es dort nicht geben. Stattdessen gibt es den üblichen Service rund um Briefe und Pakete. Auch Postschließfächer sollen bereit stehen. Wo aber parken die Kunden? „Unter der Marktpassage im Parkhaus“, klären die Eigentümer auf. Die Treppenaufgänge führen genau gegenüber der Postagentur ins Freie. Und 20 Minuten Parkzeit kosten gerade mal 30 Cent, betonen sie. Für die An- und Ablieferung werden Lastwagen die Postagentur künftig über den Neuer Markt anfahren — Lieferzone bereits auch für alle anderen Geschäfte.

Auch, wenn Bürgermeisterin Bettina Warnecke immer noch nicht glücklich damit ist, dass die Postfiliale gänzlich schließt und Postbank-Kunden zur Erledigung ihrer Geschäfte damit in andere Städte fahren müssen — Wirtschaftsförderer Jürgen Simon sieht auch die Vorteile: „Wir haben hier aus Sicht der Stadt Haan Traum-Eigentümer, weil sie sich engagieren, weil sie investieren, weil sie sich kümmern.“ Simon spielt damit auf den Umstand an, dass Mertens und Fuhrmann aktiv auf Korkmaz zugegangen sind und ihn als Mieter akquiriert haben, „weil er in unseren Branchenmix optimal passt“. Korkmaz hat bereits in Wuppertal-Vohwinkel und Wuppertal-Barmen jeweils ein Geschäft. In beiden bedienen künftig Mitarbeiter des kleinen, neun Beschäftigte zählenden Gewerbebetriebs. In Haan will das Ehepaar Korkmaz künftig selbst stehen.

Mit dem Zeitschriftenladen sind nun alle 15 Geschäfte der Marktpassage belegt. Weitere Wechsel sind aufgrund langer Mietverträge — auch der mit dem Ehepaar Korkmaz währt fünf Jahre — nicht zu erwarten. „In der Marktpassage ist jetzt Ruhe“, sagt Simon. Nun liegt das Augenmerk auf dem Leerstand des ehemaligen Schuhgeschäftes Palm an der Kaiserstraße. Doch dort habe sich „noch nichts getan, worüber man sprechen könnte“, stellt Simon fest.