Politik stimmt für neuen Gewerbepark

Politik stimmt für neuen Gewerbepark

Die Firma LogProject will das Areal der Tennis- und Golfranch Bungert ab 2020 umfunktionieren..

Hilden. Der Projektentwickler LogProject Development aus Langenfeld will im Bereich zwischen Nordring, A 46 und der Verlängerung der Gerresheimer Straße einen neuen Gewerbepark anlegen. Mit dem Betreiber der Bungert Tennis- und Golf-Ranch sowie einem Grundeigentümer habe man sich geeinigt, teilen die Geschäftsführer Ronny Connerth-Dietsch und Maik Bettentrop mit. Das würde das Aus für die „Sandbar“ bedeuten. Das Gelände des Schnellrestaurants McDonald‘s ist von den Plänen nicht betroffen.

Rund 41 Millionen Euro will LogProject Development investieren. Der Gewerbepark soll kleine, flexibel kombinierbare Gewerbe- (2000 bis 4200 Quadratmeter) und Büro-Einheiten (300 bis 3100 Quadratmeter) sowie 245 Parkplätzen bieten. Die Zufahrt soll so bleiben. Das Unternehmen hofft, damit Platz für rund 17 Unternehmen und 300 bis 400 neue Arbeitsplätze in Hilden zu schaffen. Im Stadtentwicklungsausschuss stimmten alle Fraktionen für den Antrag des Investors, einen vorhabenbezogenen Bebauungsplan einzuleiten — mit Ausnahme der Grünen.

Damit mache die Stadt ihrem eigenen Gewerbegebiet Nord (Giesenheide) Konkurrenz, begründete Heinz Albers: „Das lehnen wir ab.“ Zunächst solle die Giesenheide komplett vermarktet werden, ehe ein zweites Gewerbeprojekt angegangen werde: „Hilden hat genügend Fläche, um Gewerbe anzusiedeln.“

Das sahen die anderen Ratsfraktionen anders. Das Areal sei ökologisch nicht wertvoll, meinte Friedhelm Burchartz (Allianz). „Das Projekt ist ein Geschenk für Hilden, das wir unbedingt annehmen sollten“, sagte Ulrich-Joachim Knak (AfD). Rudolf Joseph (FDP) sprach von einer „einmaligen Chance“: „Ein Teil des Areals ist schon versiegelt, der Rest ökologisch nicht so wertvoll. Wir haben nur wenig Flächen in Hilden, die wir für Gewerbe entwickeln können.“ „Es gibt keinen besseren Standort für einen Gewerbepark“, betonte auch Markus Hanten (Bürgeraktion): „Wir können mit dem Projekt Handwerksbetriebe neu nach Hilden holen — zum Vorteil der Stadt. Der Gewerbe-Verkehr wird aus der Stadt herausgehalten.“

Rita Hoff, Baudezernentin der Stadt Hilden

Der geplante Gewerbepark sei keine Konkurrenz zum Gewerbegebiet Nord, glaubt Kevin Buchner (SPD): „In der Giesenheide müssen Firmen selber bauen, im neuen Gewerbepark können sie Flächen mieten. Das sind zwei unterschiedliche Konzepte.“ Zudem bleibe der Verkehr vor der Stadt. Auch Markus Hanten sah keine Konkurrenz zum städtischen Gewerbegebiet Nord: „Bei dem geplanten Gewerbepark trägt der Investor das Risiko der Vermietung.“

Im neuen Regionalplan sei das Areal für Gewerbe vorgesehen. Darauf wies Baudezernentin Rita Hoff hin: „Hilden ist die einzige Gemeinde, die keine zusätzlichen Flächen beantragt hat. Damit sind wir eine Muster-Gemeinde, was den Flächenverbrauch angeht.“ Hilden vergeude keine Gewerbeflächen: „Ein gewisses Angebot müssen wir aber schon haben.“ Wie geht es jetzt weiter? Der Wirtschaftsausschuss muss am 13. Juni entscheiden, ob die Stadt ihre Grundstücke zur Verfügung stellt. Wenn es dafür eine Mehrheit gibt, könnte die Politik am 20. Juni den „Aufstellungsbeschluss“ fassen. Baubeginn wäre frühestens 2020 — wegen des komplexen Bebauungsplan-Verfahrens. Bis dahin geht der Spielbetrieb auf der Tennis- und Golfranch Bungert ohne Einschränkungen weiter, versichert der Gründer des Unternehmens, Wilhelm Bungert.