Hilden : Politik speckt den Stadtpark-Umbau ab

Kosten für den Bauabschnitt zwei sind um gut 26 Prozent angestiegen. Hildener Ratsmehrheit will auf Fontänen verzichten.

Die Kalkulation von Bauprojekten ist Alltag im Tiefbauamt. Doch seit die Baubranche boomt und sich die Firmen die Aufträge aussuchen sowie die Preise diktieren können, ist die Ausschreibung von öffentlichen Aufträgen zum Glücksspiel geworden.

Das hat die Stadtverwaltung gerade wieder bei der Umgestaltung des Stadtparks Teil II erlebt. Die drei preisgünstigsten Angebote liegen sage und schreibe 26 Prozent über dem kalkulierten Budget. „Wir haben wirklich sorgfältig kalkuliert, einen Risikozuschlag von zehn Prozent eingebaut und waren uns sicher, dass wir den Kostenrahmen einhalten können“, erklärt Tiefbauamtsleiter Harald Mittmann. Auf Vorschlag der Verwaltung haben die Stadtverordneten das Bau-Programm nun reduziert. Die Arbeiten werden neu ausgeschrieben. Die Ziele der Planung werden gleichwohl erreicht, versichert die Verwaltung. Anders wäre auch schlecht. Denn dann würden Bund und Land nicht 50 Prozent der Kosten übernehmen.

Was soll erreicht werden?

Der Teich neben der Stadthalle und der Innenhof zum Steinhäuser Centrum sollen attraktiver und der Stadtpark besser an die Fußgängerzone angebunden werden.

Was ist mit dem Teich geplant?

Er soll Richtung Fußgängerzone Mittelstraße vergrößert werden und Sitzstufen am Stadthallen-Ufer bekommen. Dafür muss ein großer Baum gefällt werden. Er müsse aber ohnehin weg, weil seine Wurzeln immer wieder die Dichtung des Teiches zerstören, erläutert Mittmann.

Was soll mit dem Vorplatz der Stadthalle geschehen?

Die „Steinwüste“ zwischen Stadthalle und Steinhäuser Centrum soll verschwinden und durch eine „grüne Insel“ ersetzt werden. Eigentlich sollte auch die Fläche zwischen Itterbrücke und Stadthalle (Treppenaufgang) einen neuen Belag erhalten. Darauf wird jetzt verzichtet. Das spart rund 40 000 Euro. Das Natursteinpflaster oberhalb des Treppenbereichs am Steinhäuser Centrum will eine Mehrheit der Politik jedoch erneuern. Dieser Sparvorschlag der Verwaltung fand keine Mehrheit. Die Fläche zwischen Stadthalle und Teichbrücke wird nicht angefasst und bleibt wie sie ist. Das spart 2000 Euro.

Wo wird denn jetzt gespart?

Die Hildener Politik hat mehrheitlich beschlossen, auf die geplante Fontänen-Anlage auf dem Gressard-Platz zu verzichten. Das bedauern vor allem die Grünen. Sie sei schließlich das Highlight der Planung gewesen, sagt Klaus-Dieter Bartel. Die neuen Fontänen sollten die schon seit Jahren irreparabel defekte Brunnenanlage ersetzen. Das spart der Stadt rund 163 000 Euro Baukosten sowie jedes Jahr rund 10 000 Euro Unterhaltskosten. Brunnenanlagen seien extrem aufwendig, erläutert die Verwaltung. Sie hatte den Vorschlag zum Verzicht auf diese Anlage unterbreitet, weil es hier auf einer relativ kleinen Fläche (64 Quadratmeter) ein hohes Einsparpotenzial gebe.

Was kostet der zweite Bauabschnitt?

2,3 Millionen Euro nach den Sparbeschlüssen. Bei unverändertem Bauprogramm wären es 2,558 Millionen Euro gewesen. Die Stadt wird versuchen, auch für die Mehrausgaben Fördergelder zu bekommen. Die Bezirksregierung hält sich dazu noch weiterhin bedeckt. Es hinge am Ende wohl davon ab, ob bei der Abrechnung noch Geld im Fördertopf sei, berichtet Tiefbauamtsleiter Harald Mittmann. Das Land habe bereits 735 000 Euro als Zuschuss für den zweiten Bauabschnitt zugesagt. Dieser könne bis auf 1,279 Millionen Euro steigen, hoffen die Verantwortlichen.