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Pastor Wolfgang Stremel: „Ich habe viel Positives erlebt“

Pastor Wolfgang Stremel: „Ich habe viel Positives erlebt“

Pastor Wolfgang Stremel verlässt die Haaner Freie evangelische Gemeinde. Ihn zieht es zurück nach Hessen.

Haan. Pastor Wolfgang Stremel freut sich auf seine neue Gemeinde, neue Menschen, neue Herausforderungen. Das ist dem 57 Jahre alten Geistlichen der Freien evangelischen Gemeinde Haan anzumerken. „Auch wenn der Abschied nicht leicht fällt“, sagt er. Schließlich müssten er und seine Frau Renate liebe Menschen und gewachsene Beziehungen verlassen. „Das ist die andere Seite“, fügt er hinzu.

Zehn Jahre lang war Wolfgang Stremel Pastor der Freien evangelischen Gemeinde Haan. Zum 1. August zieht er mit seiner Frau nach Hanau in Südhessen und übernimmt die dortige Gemeinde. Das gehöre zum Leben eines Pastors eben dazu. „Hanau wird für mich wohl die letzte Station als Pastor sein“, sagt er. „Ich habe noch acht Jahre — wenn ich gesund bleibe.“

Mit Haan verbindet er gute Erinnerungen. „Ich habe hier viel Positives erlebt“, sagt er. Unter anderem hat Stremel ein Ehepaar aus dem Iran, das zum christlichen Glauben übergetreten ist, getauft. „Bei uns gibt es keine Säuglingstaufe“, erläutert er. „Unsere Mitglieder entscheiden sich mit einem persönlichen Glaubensbekenntnis zur Freien evangelischen Gemeinde. Es ist also ihre freiwillige Entscheidung.“ Theologisch gebe es zwischen den evangelischen Kirchen hingegen kaum Unterschiede.

Besonders beeindruckt hat Stremel die Zusammenarbeit mit den anderen Haaner Kirchengemeinden, sowohl den evangelischen als auch den katholischen. „Das habe ich so noch nie erlebt“, sagt er. „Wir Pfarrer arbeiten hier vertrauensvoll zusammen.“ Darüber hinaus gibt es den ökumenischen Bibelkreis, der abwechselnd von den Haaner Pfarrern geleitet werde. Gemeinsame Schulgottesdienste, das ökumenische Pfarrfest und immer wieder Gottesdienste zu besonderen Anlässen, wie die Einweihung der neuen Feuerwache, gestalten die Geistlichen gemeinsam. Festgehalten haben sie ihre Zusammenarbeit 2007 in der ökumenischen Partnerschaftserklärung, die während der Amtszeit von Stremel unterschrieben wurde.

„Ich habe aus Hanau eine E-Mail erhalten, dass dort eine Arbeitsgemeinschaft der christlichen Gemeinden angestrebt wird“, sagt er. „Da habe ich natürlich sofort zugesagt.“ Gemeinsam etwas zu bewegen, das ist ihm wichtig. „Bei allen Unterschieden, die es gibt, und die auch bestehen bleiben müssen.“

Geprägt habe seine Zeit in Haan auch sein Engagement in der Ehetherapie und Eheseelsorger. „Meine Frau und ich haben eine Zusatzausbildung als Seelsorger und in der Lebensberatung absolviert“, sagt Stremel. Gemeinsam haben sie inzwischen zahlreiche Ehepaare begleitet, mit ihnen Versöhnung gefeiert und einen Neuanfang auf den Weg gebracht. „Als Paar einem Paar gegenüber zu sitzen, das ist eine gute Sache“, sagt Stremel. Bis zu sieben Paare gleichzeitig haben die Stremels schon betreut. In ihrer neuen Heimat wollen sie auch diese Arbeit fortsetzen.