Orgelzyklus lockt in vier Kirchen

Der Verein „Orgelmusik Haan“ präsentiert wieder zahlreiche bekannte Organisten. Am 14. Januar geht es in der Pfarrkirche an der Königstraße los.

Haan. Das Ziel ist in der Satzung definiert: Der Verein fördert „die geistliche und weltliche Tonkunst in Haan und im Bergischen Land. Er veranstaltet und fördert insbesondere Orgel-Konzerte.“ Und das seit 30 Jahren. Die rund 40 Mitglieder nutzen ihre vielfältigen Kontakte, um namhafte Organisten in die Gartenstadt zu holen, wo sie auf abwechselnd vier Kirchenorgeln immer wieder eindrucksvoll unter Beweis stellen, dass die Königin der Instrumente weit mehr kann als nur die Liedbegleitung in Gottesdiensten zu übernehmen.

Er wurde 1987 gegründet. Unmittelbarer Anlass war der nötige Ersatz der beiden großen Haaner Orgeln in der katholischen Pfarrkirche St. Chrysanthus und Daria und in der Evangelischen Kirche. Die damaligen Organisten Bernhard Theusen und Gerhardt Tributh waren eng in die Konzeption der Instrumente eingebunden. Sie achteten darauf, dass die neuen Orgeln — die Katholische wurde von der Firma Oberlinger gefertigt, die evangelische von Lobback — unterschiedlich abgestimmt wurden, um später bei Konzerten das weite Spektrum der Orgelmusik optimal abdecken zu können.

Die Ostern 1986 eingeweihte Orgel (36 Register) in der katholischen Pfarrkirche ist bewusst auf die Musik der Romantik ausgelegt. Sie wurde 1994 und 2001 auf 56 Register mit 4015 Pfeifen erweitert und 2012 grundüberholt. Die evangelische Orgel wurde 1987 eingeweiht, hat 44 Register und rund 3000 Pfeifen. Auf ihr ist ein großer Teil der Orgelliteratur darstellbar, angefangen bei den vorbarocken Meistern über Johann-Sebastian Bach und Max Reger bis hin zur farbigen französischen Orgelmusik. Beim Orgelzyklus wird auch gespielt auf der Orgel der Haan-Gruitener St.-Nikolaus-Kirche (Baujahr 1964, 1994 Umbau, 16 Register) und auf der Orgel der Evangelisch-reformierten Kirche Gruiten (Schuke-Orgel von 1991 mit historischem Prospekt).

Dom-Organist Sebastian Küchler-Blessing (30, Essen) eröffnet den 31. Orgelzyklus am 14. Januar in der katholischen Pfarrkirche an der Königstraße in Haan. Er spielt Werke von Johann Sebastian Bach, Liszt und Hakim sowie eine Choral-improvisation. Der Altenberger Domorganist Rolf Müller (45) spielt am 28. Januar, ebenfalls an der Königstraße, Werke von Johann Sebastian Bach, Mozart, Franck, Renner ju., Guilmant und eine Improvisation. In der Evangelischen Gruitener Dorfkirche findet am 18. Februar das dritte Konzert statt. Renate Schusky (Haan, Orgel), Heike Zehe (Essen, Flöte) und Almuth Wiesemann (Solingen, Violine) haben Werke von Telemann und Carl Philipp Emanuel Bach auf dem Programm.

Am 4. März setzt sich Domorganist Markus Eichenlauf (47, Speyer) an den Spieltisch der Orgel in der Evangelischen Kirche in Haan. Kompositionen von Johann Sebastian Bach, Charles-Marie Widor und Flor Peeters wird er zu Gehör bringen. Daniel Beckmann (37), Dom-Organist in Mainz, bestreitet am 18. März in der Evangelischen Kirche Haan das fünfte und letzte Konzert des 31. Orgelzyklus. Das Publikum kann sich auf Werke von Johann-Sebastian Bach, Johann Pachelbel und Felix Mendelssohn Bartholdy freuen. Die Konzerte beginnen jeweils um 16.30 Uhr. Der Eintritt ist frei. Der Verein bittet um Spenden.

Dieses Prozedere hat sich bewährt. Seit knapp sechs Jahren sitzt Ali Halboos dem Verein vor, dem er 2003 beigetreten ist. Die Besucherzahlen variieren je nach Konzert und Jahr, so Halboos. Er erzählt, dass es 2012 im Jubiläumsjahr (25 Jahre) 630 Besucher waren, ansonsten zwischen 250 und 400. Die Konzertreihe gilt als einzigartig im Kreis Mettmann.