Oliver Pautsch schreibt Heimat-Krimis

Oliver Pautsch schreibt Heimat-Krimis

Der Familienvater aus Hilden erfindet Kriminalgeschichten für alle Altersklassen.

Hilden. Im Jahr 2003 erschien der erste Jugendkrimi des Hildener Autors Oliver Pautsch unter dem Titel „Mordgedanken“. „Der Titel war ein bisschen irreführend, denn es kommt gar kein Mord in dem Buch vor“, verrät der Autor. Dieser Jugendkrimi war der erste in einer Reihe, die sich Labyrinth-Krimis nannte, und sich an Jugendliche ab zwölf Jahren richtete. Oliver Pautsch schrieb weitere Jugendkrimis für diese Reihe.

„Das Problem ist, dass die Verlage die Titel nach fünf bis sechs Jahren wieder aus dem Programm nehmen.“ Doch der Autor sorgte dafür, dass die Bücher weiterhin erhältlich sind. Er überarbeitete sie nämlich vollständig, gab ihnen ein Cover in einheitlichem Design mit Wiedererkennungswert und verlegte sie in Eigenregie als Reihe „young thriller“. „Jetzt sind sie für immer auf dem Markt“, freut er sich. Das Besondere an seinen Jugendkrimis ist, dass sie in Hilden spielen. Allerdings macht es Pautsch seinen Lesern nicht leicht: Er benannte die Orte um, so dass beispielsweise das Kaufhaus Schnatenberg zum Kaufhaus Gartenberg wurde.

„Aber jeder Hildener wird die Schauplätze sofort wiedererkennen“, verspricht Oliver Pautsch, der 1965 geboren wurde und in Düsseldorf Medienwissenschaften und Germanistik studiert hat. Er lebte eine Zeitlang in Köln und arbeitete für Film und Fernsehen. Dann begann er mit dem Schreiben von Drehbüchern für Fernsehserien. „Meistens Krimis, wie die Serie ‚Unter Verdacht‘, die mit Senta Berger verfilmt wurde.“ Drehbücher zu schreiben ist ein Handwerk für sich, wie der Autor erklärt: „Da reden alle möglichen Leute immer mit rein.“ Schließlich entdeckte Oliver Pautsch den Roman für sich.

„Da kann man machen, was man will. Das war für mich total neu.“ Für alle Altersgruppen hat Pautsch inzwischen geschrieben. „Ich habe mich von oben nach unten durchgearbeitet“, meint er. Krimis für Erwachsene, Jugendliche und inzwischen arbeitet er an einer Sherlock Holmes-Reihe für Grundschüler mit. „Ich durfte Sherlock Holmes neu erfinden“, freut er sich über die liebevoll illustrierten Bücher. Eines trägt den Titel „Sherlock Holmes und das Rätsel um den schwarzen Hengst“. Inspiriert wurde die Geschichte von Oliver Pautschs direkter Nachbarschaft. Der dreifache Familienvater lebt nämlich neben zwei Reiterhöfen und seine Tochter Marie ist begeisterter Pferdefan. Und sie mag Bücher. „Ich finde gut, was er macht“, kommentiert die 8-Jährige die Arbeit ihres Vaters.

„Ich mag am liebsten ‚S.U.P.E.R‘.“ Das ist eine Serie, in der es um Kinder mit sehr ungewöhnlichen Fähigkeiten geht. An einer Drachengeschichte für Kinder ab der zweiten Klasse arbeitet der produktive Autor derzeit. Sie wird dann unter dem Titel „Vico — Drachenbruder“ verlegt werden. Doch jetzt freut er sich zunächst einmal darüber, dass seine drei Hildener Jugendkrimis wieder erhältlich sind. „Sie kriegen dich“ und „Der Bruch“ waren die ersten, ganz neu ist nun auch „Mordgedanken“, dem Oliver Pautsch jetzt einen passenden Titel gegeben hat: „Mona ist weg“. In dem Buch geht es um einen Jungen, der sich in ein Mädchen verliebt und nur wegen ihr die Theater-AG besucht. Doch dann verschwindet sie plötzlich. Die Jugendkrimis mit Hildener Schauplätzen sind nun in jedem Buchhandel erhältlich. Außerdem gibt es sie jetzt auch als E-Book.

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