1. NRW
  2. Kreis Mettmann
  3. Haan und Hilden

Ob das Waldbad öffnet, wird nicht in Hilden entschieden

Hilden : Waldbad-Öffnung ist noch ungeklärt

BA-Fraktionsvorsitzender Ludger Reffgen unterstellt den Stadtwerken, dass sie das Waldbad in diesem Jahr aus wirtschaftlichen Gründen gar nicht öffnen wollen. „Die Entscheidung, ob, wann und wie die Schwimmbäder wieder öffnen dürfen, treffen in der aktuellen Corana-Krise nicht wir“, sagt Geschäftsführer Hans-Ullrich Schneider.

Das Waldbad ist eines der attraktivsten Freibäder in der Region. In der Regel beginnt Mitte Mai die Freiluftsaison. Doch in diesem Jahr ist wegen der Corona-Pandemie alles anders. Seit 15. März ist das Hildorado aufgrund einer Ordnungsverfügung der Stadt Hilden geschlossen. Die Anordnung ist durch die Corona-Schutzverordnung des Landes vom 22. März abgelöst worden. Im Waldbad haben die Stadtwerke Hilden die Auswinterungsarbeiten vorerst eingestellt, sagt Pressespecherin Sabine Müller mit: „Bis wir sagen können, wann die Hildener Bäder wieder geöffnet werden können, müssen wir noch Geduld haben. Eine konkrete Aussage ist erst möglich, wenn wir konkrete Anweisungen, die für alle Schwimmbäder gelten, in den Händen halten. Davon war bei den aktuellen Lockerungen der Schutzverordnung keine Rede.“

Die wirtschaftlichen Verluste, die aus der Schließung des Hildorado und des Waldbads resultieren, ließen sich noch nicht beziffern. „Natürlich haben wir Maßnahmen zur Abmilderung der Verluste getroffen“, betont Müller: „Dazu gehören die Absenkung des Energiebedarfs und die Reduzierung der Personalkosten durch Kurzarbeit. Außerdem haben wir weniger Betriebskosten wie Energie, Wasser und Verbrauchsmaterial aufgrund der Schließung.“ Etwa 30 Bäder-Mitarbeiter befänden sich momentan in Kurzarbeit. Aufgrund einer Betriebsvereinbarung mit dem Betriebsrat werde ihr Kurzarbeitergeldes auf rund 85 Prozent des Nettoeinkommens aufgestockt.

Die Stadtwerke wollten das Waldbad in diesem Jahr gar nicht mehr öffnen, behauptet Ludger Reffgen, Fraktionsvorsitzender der Bürgeraktion Hilden. Weil das Waldbad jedes Jahr ein hohes Defizit produziert (etwa eine Million Euro). Und weil die Nichtöffnung deshalb wirtschaftlicher sei als die Öffnung. Dabei könne das Waldbad doch eine wichtige Rolle spielen, „wenn der übliche Familien-Urlaub Corona-bedingt diesen Sommer schon weitestgehend ins Wasser falle“ und Corona-Beschränkungen aufgehoben würden.

Stadtwerke können nicht
selbst die Öffnung bestimmen

Die Bürgeraktion plädiere für eine „unvoreingenommene Diskussion“ im Aufsichtsrat der Stadtwerke, auch wenn man dort kein Stimmrecht habe.„Die Entscheidung, ob, wann und in welchem Umfang in diesem Jahr Schwimmbäder gleich welcher Art öffnen beziehungsweise wieder öffnen dürfen, treffen in der aktuellen Krise nicht wir“, so Hans-Ullrich Schneider von den der Stadtwerken.