Nur Frohsinn im Sinn

Wer auf einer karnevalistischen Veranstaltung über Schüsse, Verletzte und einen Toten spricht, läuft Gefahr, den Frohsinn zu dämpfen. Also Mund halten und durch. So zumindest haben es der Bürgermeister und die Narren gehalten, die sich gestern zum Start der Session versammelt hatten.

Darüber zu urteilen, wer wie zu trauern hat, wäre anmaßend. Es ist aber zulässig, über einen frappierenden Mangel an Selbstbewusstsein irritiert zu sein. Stark wäre nämlich gewesen, wenn sich die Verantwortlichen dazu bekannt hätten, trotz der Tragödie feiern zu wollen. Ob eine solche Entscheidung unsensibel ist oder nicht — darüber lässt sich dann später diskutieren.

Aber so zu tun, als sei nichts passiert, ist lediglich Beleg dafür, dass sich da einige Narren nicht mit dem Leben jenseits des verordneten Frohsinns beschäftigen wollen. Und das ist einfach nur traurig.

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