Neujahrsempfang in Haan – nur ein Tänzchen fehlte

Gute Stimmung in Haan : Schüler versüßen Neujahrsempfang

Ungezwungen und gut besucht  wie lange nicht mehr ging der Neujahrsempfang der Stadt Haan über die Bühne – im Schulzentrum Walder Straße.

Bürgermeisterin Bettina Warnecke ging gegen 23.15 Uhr nach Hause, da hatten die letzten Gäste gerade erst den Saal verlassen. Alle waren noch ganz begeistert von der tollen Athmosphäre, die den Neujahrsempfang 2019 der Stadt Haan ausgemacht hatte – und daran hatte die Band Spektrum einen ganz besonderen Anteil. Leander Machau, Laura Rukavina, Pascal Günther, Brix Vonderbank und Tarek Mues sind allesamt Schüler der Musikschule Haan und spielen seit etwa einem dreiviertel Jahr zusammen.

Sie verliehen dem Abend im wunderschön geschmückten Schulzentrum Walder Straße den richtigen Schwung, so dass Stadtchefin Warnecke am Ende befand: „Wenn es noch ein Tänzchen gegeben hätte, hätte ich wahrscheinlich mitgemacht.“ Da hätten die Besucher ihre Bürgermeisterin mal aus einer völlig anderen Perspektive betrachten können.

Bürgermeisterin überraschte
mit einem Adventsgedicht

Perspektivwechsel war auch das, was Warnecke im Hinblick auf die Haaner Kommunalpolitik in ihrer Rede thematisierte. Dazu benutzte sie eine auf Haan abgewandelte Form des Adventsgedichts der Westfälischen Journalistin und Theologin Iris Macke. Darin finden sich völlig gegensätzliche Aussagen, je nachdem, ob man den Text von oben nach unten oder von unten nach oben liest.

Auf Haan bezogen bedeutete das unter anderem: „Es ist doch ganz klar, dass Politik und Stadtverwaltung nichts zuzutrauen ist. Es wäre gelogen, würde ich sagen: Wir sind eine lebens- und liebenswerte Stadt.“

Oder eben andersherum: „Wir sind eine lebens- und liebenswerte Stadt. Es wäre gelogen, würde ich sagen, dass Politik und Stadtverwaltung nichts zuzutrauen ist.“ Es sei diese Art von Perspektivwechsel, die sich auf jedes Thema projizieren lasse, betonte Warnecke und fragte nach: „Ist es nicht so, dass ein jeder von uns in seiner eigenen Perspektive auf die Dinge blickt? Dass wir uns nur selten aus einem anderen Blickwinkel den Themen nähern?“

Sie wünsche sich ein noch selbstbewussteres Haan, „ein Haan, in dem die Bürgerinnen und Bürger selbstbewusst sagen: Hier lebe ich gerne.“

Man habe allen Grund, selbstbewusst auf das zurückliegende Jahr zu schauen: Mit dem Neubau des Gymnasiums sei Haan ein gewaltiges Stück vorangekommen: „Fast ein Drittel der Bausumme von 35 Millionen Euro sind bereits verbaut worden“, berichtete Warnecke. „Wir planen, drei unserer fünf Grundschulen neu zu bauen oder zu erweitern“, sagte die Verwaltungschefin weiter. Insgesamt investiere die Stadt in den kommenden fünf Jahren rund 60 Millionen in ihre Schulen und Kindergärten. Das Engagement zeige Wirkung: „Bei den Kleinkindern in den Kitas (U 3) liegen wir kreisweit auf Platz 1, landesweit belegen wir den siebten Platz“, sagte Warnecke. „Das zeichnet uns gegenüber vielen anderen Städten aus.“ Das Integrierte Handlungskonzept Innenstadt, das neue Rathaus, die Sanierung der Obdachlosenunterkünfte – dies waren nur einige von vielen Punkten, mit denen Warnecke deutlich machen wollte: „Wir haben allen Grund, selbstbewusst auf unsere Stadt zu gucken. Wir leben hier gerne: In unserer lebens- und liebenswerten Stadt.“ Und das liest sich auch von unten nach oben schön.

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