Neuer technischer Beigeordneter: Ein Chef mit Ansprüchen

Neuer technischer Beigeordneter: Ein Chef mit Ansprüchen

WZ spricht mit Engin Alparslan über seine Ziele als neuer Technischer Beigeordneter.

Haan. Engin Alparslan weiß, was zu tun ist. Daran lässt der neue Technische Beigeordnete der Stadt Haan keine Zweifel aufkommen. „Ich bin durch das, was ich gemacht habe, bekanntgeworden“, sagt der 45 Jahre alte Bauingenieur selbstbewusst.

Vor zehn Tagen hat der gebürtige Düsseldorfer sein Büro im Verwaltungsgebäude an der Alleestraße bezogen. Auch wenn er sich jetzt nach und nach in den Ämtern seines Dezernats vorstellt, kennen ihn dort und in der Stadt bereits viele Menschen. „Ich habe unter anderem die K 20n gebaut“, sagt Alparslan.

Zwölf Jahre lang war er beim Kreis Mettmann beschäftigt, seit 2009 als Leiter des Liegenschaftsamtes. „Ich kenne Haan. Aus meiner Sicht ist Haan das Schmuckkästchen des Kreises Mettmann. Allerdings muss noch etwas daran gearbeitet werden, damit es sich öffnet“, sagt er.

Die Innenstadt beispielsweise habe viele schöne Ecken. „Aber die sind nicht miteinander verbunden. Diese Lücken gilt es zu schließen und abzurunden — und das Marktangebot den Bürgerwünschen anzupassen“, sagt Alparslan. Zum Beispiel durch das Windhövel-Center.

„Ich sehe, dass Haan so ein Einkaufszentrum braucht. Allerdings darf dort nichts entstehen, was wir gar nicht wollen“, sagt er. Dass der Investor Geld verdienen wolle, sei klar, aber dessen Interessen müssten mit denen der Stadt im Einklang stehen.

Ganz oben auf die Prioritätenliste der städtischen Projekte setzt Alparslan allerdings das Gymnasium. „Es geht darum, die finanziellen Möglichkeiten zu bündeln, um die Infrastruktur für den Bürger zu erhalten. Dazu gehört das Bildungsangebot in hohem Maße dazu“, sagt er. Konkret zum Gymnasium fügt er hinzu: „Das müssen wir anfassen, egal, ob wir es dann sanieren oder neu bauen.“

Dementsprechend sollen verschiedene Varianten und Möglichkeiten gegenübergestellt werden. „Lohnt sich eine Sanierung, wenn gar nicht mehr alle Räume gebraucht werden?“, fragt er sich. Kartenräume beispielsweise seien heutzutage überflüssig, „stattdessen brauchen wir eine Mensa“, sagt Alparslan.

Projekte organisieren, Handlungsempfehlungen aussprechen, die Politik begeistern — das ist es, was Alparslan an seiner neuen Aufgabe in der Haaner Stadtverwaltung reizt und gefällt.

Als Bauingenieur verfüge er über das technische Wissen, aus seiner Tätigkeit beim Kreis kennt er die meisten der Bereiche, die jetzt in seine Zuständigkeit fallen. Von 80 bis 90 Mitarbeitern ist er jetzt der neue Chef. „Die Akzeptanz in der Belegschaft ist mir bislang immer gelungen“, sagt Alparslan. „Aber ich habe auch meine Ziele und Ansprüche.“

Zu denen gehören der Neubau der städtischen Kindertagesstätte, der Ausbau der Polnischen Mütze und die Sanierung der Straße. Alparslan: „Aber wenn ich mich zwischen der Sanierung der Straßen und der Sanierung des Gymnasiums entscheiden muss, dann fällt die Wahl aufs Gymnasium.“

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