Neubau am alten Stammhaus

Neubau am alten Stammhaus

Der Betreiber des Gewerbeparks-Süd investiert 300 000 Euro in das älteste Gebäude.

Hilden. Das rote Backsteingebäude strahlt rege Betriebsamkeit aus. Hinter seinen Mauern haben fast ein Jahrhundert lang Generationen von Arbeitern in der Produktion von Regenschirmen gearbeitet. Heute sind im Erdgeschoss moderne Büroräume, die jüngst von der Firma Böllinghaus Steel aus Remscheid mit zwölf Mitarbeitern bezogen wurden, und im ersten Obergeschoss der Kunstraum Gewerbepark-Süd.

Dort haben die geschäftsführenden Gesellschafter Karlernst und Hans-Jürgen Braun ein Refugium für Ausstellungen, Konzerte und Empfänge eingerichtet.

Am Dienstag, 28. Mai, werden im Kunstraum um 20 Uhr die 18. Hildener Jazztage eröffnet. Zwei Tage vorher, ab Sonntag, 26. Mai, zeigt das Kulturamt dort die Ausstellung „Tangentiale“ mit Arbeiten von 14 Künstlern des BBK Düsseldorf (Bundesverband Bildender Künstler).

Die Besucher beider Veranstaltungen werden dann erstmals das gläserne Treppenhaus mit Aufzug nutzen können, das seit Dezember am Stammhaus der Firma Bauermann & Söhne entstanden ist.

300 000 Euro haben die Brüder Braun in das alte Backsteingebäude investiert. Dafür wurden die Büroräume im Erdgeschoss nach den Bedürfnissen des neuen Mieters modernisiert, das Außengelände gestaltet und eben jener gläserne Anbau errichtet. „Industriekultur trifft Zeitgeist“ nennt der ausführende Architekt Svend Off aus Düsseldorf das Ergebnis der sechsmonatigen Anbauphase.

Die alte, steile Treppe, über die Besucher bisher in den Kunstraum gelangt sind, bleibt erhalten und wird fortan als zusätzlicher Notausgang genutzt. „Und die Raucher unter unseren Gästen werden sich darüber freuen“, sagt Hans-Jürgen Braun zu einer weiteren Nutzungsmöglichkeit des Treppenabsatzes.

„Das alte Industriebacksteingebäude hat ein schönes Erscheinungsbild, das nicht verändert und verdeckt werden sollte“, sagt Off zu seiner Zielsetzung bei der Planung des Anbaus. Deshalb sollte der Anbau möglichst transparent werden. Von der Hofstraße aus ist das massive Backsteingebäude somit weiterhin in seiner vollen Pracht zu sehen.

„Es ist das erste Gebäude, das 1904 bei der Gründung der Firma Bauermann & Söhne errichtet wurde, damals noch als Produktionsgebäude“, sagt Karlernst Braun zur Bedeutung des Hauses für seine Familie.

Sein Großvater Gustav Braun gehörte damals zu den Gründungsvätern des Unternehmens, das bis Ende der 1970er-Jahre als Schirmfurnituren-, Rohr- und Fahrradteile-Fabrik betrieben wurde. 1990 wurde der ehemalige Industriebetrieb zu einem Gewerbepark umgestaltet. Dort haben sich heute mehr als 55 Unternehmen mit zusammen rund 250 Mitarbeitern niedergelassen.

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