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Netzwerk für Senioren: „Niemand soll allein sein“

Netzwerk für Senioren: „Niemand soll allein sein“

Das Netzwerk für Senioren „Wir sind Haan“ besteht seit einem Jahr. 260 Frauen und Männer treffen sich regelmäßig zu ganz verschiedenen Aktivitäten.

Haan. Sie schwingen sich gemeinsam aufs Rad, treffen sich zum Kochen und Bier brauen, gehen mit der Kamera auf Motivjagd, sie musizieren, reisen und spielen Karten.

Gut 260 Frauen und Männer, vorwiegend im Alter zwischen 60 und 70 Jahren, hat das Seniorennetzwerk „Wir sind Haan“ in den vergangenen zwölf Monaten angesprochen — Tendenz steigend.

„Wir haben den Eindruck, dass Haan auf genau so ein Netzwerk gewartet hat“, sagt Ute Melchior-Giovannini (61). Sie und ihr Mann Kurt-Eugen Melchior (68) sind die Moderatoren des Netzwerkes. Aber sie geben nichts vor. Das ist ihnen wichtig. „Die einzelnen Gruppen im Netzwerk organisieren sich selbst. Wir machen keine betreute Altenarbeit“, betonen sie.

Melchior, der 35 Jahre lang Pfarrer in Wuppertal-Vohwinkel war, und seine Frau, die ebenfalls Pastorin ist, wurden von Pfarrerin Gabriele Gummel für die Arbeit in Haan geworben. Oder, wie sie es sagen: „Wir wurden weggefischt.“

Die Idee des Netzwerks kommt von der Diakonie, es in Haan auf die Beine zu stellen, das hat Pfarrerin Gummel initiiert. Es spricht Senioren an, die sich noch aktiv fühlen, die sich kurz vor oder gerade erst im Ruhestand befinden.

„150 Frauen und Männer kamen zum ersten Treffen im CVJM-Haus“, sagt Ute Melchior-Giovannini. „Auf großen Plakaten, die an den Seitenwänden hingen, konnten sie eintragen, was sie gerne machen wollen.“

Auf diesem Weg hätten sich die Gruppen und deren Ansprechpartner gefunden. Melchior: „Das war kein Problem. Viele von ihnen kommen aus verantwortungsvollen Berufen und scheuen nicht davor zurück, auch im Ruhestand, in ihrer Freizeit Verantwortung zu übernehmen.“

Heute zählt das Netzwerk 20 Gruppen und Kreise mit den unterschiedlichsten Interessen. „Wir arbeiten zwar unter dem Dach der Kirche, aber wir sind überkonfessionell und überparteilich. Ich habe auch keine Ahnung, wie die Senioren hier konfessionell gebunden sind“, sagt Melchior-Giovannini.

Im zweiten Jahr des Seniorennetzwerkes soll die Öffentlichkeitsarbeit intensiviert, die Homepage noch verbessert werden. Und der Schwerpunkt dieses lockeren und doch verbindlichen Zusammenschlusses von Senioren soll verlagert werden.

Das Netzwerk steht unter dem Motto „Ich für mich. Ich mit anderen für mich. Ich mit anderen für andere. Andere mit anderen für mich“. „Der momentane Schwerpunkt liegt auf ,Ich mit anderen für mich’, sagt Ute Melchior-Giovannini. In diesem Jahr soll es mehr „Ich mit anderen für andere“ heißen. Denn Sinn des Projekts sei auch, für andere dazu sein. „Und wer nicht mehr kann, der soll in das Netzwerk fallen, soll nicht alleine sein. Das ist in Arbeit“, sagt sie.