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Naturschutz in Haan: Bunter Blumenstrauß von der Ökowiese

NRW : Prachtvolle Blumenwiese tut nicht nur den Insekten gut

Die Arbeitsgemeinschaft Natur und Umwelt hatte zum zweiten Mal auf das Areal am Technologiepark eingeladen. Die vielen Besucher genossen das besondere Naturerlebnis in dem Lebensraum. Die Naturschützer gaben viele Tipps.

Das Tor zur Wildblumenwiese steht offen. Schon stehen etliche Menschen im hüfthohen Grün, das von leuchtenden Blüten nur so überzuquellen scheint. Bienen und Hummeln summen, am strahlend blauen Himmel steht ein Falke, während zwei Feldlerchen von der Wiese in den Himmel aufsteigen. Am Wiesenrand hüpft ein Feldhase entlang und taucht ins undurchdringliche Grün.

Es ist ein Erlebnis, einfach nur in der von der „Arbeitsgemeinschaft Natur und Umwelt Haan“ (Agnu) angelegten und gepflegten Wildblumenwiese zu stehen und zu beobachten, wie viel Leben in so einer Wiese herrscht. Hier konnte sich ein Biotop entwickeln. „Es ist Wahnsinn, was sich hier getan hat“, sagt Sven Kübler begeistert. Dies Begeisterung will die Agnu mit den Bürgern teilen. Bereits zum zweiten Mal hat sie deshalb einen kleinen Teil der acht Hektar großen Wildblumenwiese an der Niederbergischen Allee für die Öffentlichkeit geöffnet. „Hier dürfen sich die Leute einen Wildblumen-Strauß pflücken“, erklärt Joob van de Sande.

Die Aktion kam im vergangenen Jahr so gut an, dass sie nun wiederholt wurde. „Man sieht das heutzutage nicht mehr, dass die Leute Blumen pflücken in der Landschaft“, erklärt van de Sande. „Viele kennen das aus der Kindheit. Die Leute haben große Sehnsucht danach.“ Edith Hägele ist eine davon. Sie ist mit ihrem Mann gekommen, um einen hübschen Strauß zu pflücken. Dazu hat sie sogar extra eine kleine Schere mitgebracht. „Es ist toll, dass es wieder Wildblumenwiesen gibt“, sagt sie.

„Man sieht ja nur noch Grün, wenn man übers Land fährt.“ Auch Edith Hägele versucht im eigenen Garten Blumen zu pflanzen, „die für Bienen und Schmetterlinge wichtig sind“. Überhaupt kommt sie immer, wenn die Agnu Haan etwas auf die Beine stellt. „Ich finde die Aktionen spitze“, sagt Edith Hägele. Im Garten der Hägeles hängt bereits ein Vogelfutterhaus und ein Insektenhotel von der Agnu. „Jetzt wollen wir uns noch ein Fledermaushotel besorgen.“

Auch Birgit Wegener ist zum Blumenpflücken gekommen. „Ich liebe Wildblumen“, sagt sie. „Mit einem kleinen Wildblumenstrauß kann man sich ein Stück Natur in die Wohnung holen.“ Sie selbst habe leider keinen Garten und keinen Balkon. „Und auf den meisten Wiesen wachsen heute gar keine wilden Blumen mehr“, bedauert sie. Das ist dem übermäßigen Düngen zuzuschreiben, denn viele der Wildblumen und -kräuter brauchen magere Böden. Wachsen die Wildblumen, kommen die Insekten von ganz alleine. Das sagt auch Joob van de Sande: „Es ist erstaunlich, wie schnell sich die Natur erholt, wenn man ihr ein bisschen Platz gibt.“

Das geht auch auf dem kleinsten Raum. Deshalb hat die Agnu im April Wildblumen-Saat verteilt. „Damit die Leute ihren Rasen in eine Blumenwiese verwandeln können.“ Und die Nachfrage war riesig.

Ganz offensichtlich ist es vielen Haanern ein Anliegen, die Artenvielfalt zu erhalten. Am Stand der Agnu, der vor der Wildblumenwiese aufgebaut war, wurden neben Insektenhotels auch junge Pflanzen heimischer Wildblumen, wie Königskerze, Dost oder Kugeldistel angeboten und zogen von dort direkt in den heimischen, eigenen Garten.