Nach dem Unfall liegt der Kita-Bau wieder im Zeitplan

Nach dem Unfall liegt der Kita-Bau wieder im Zeitplan

Ein Fehler beim Abbruch brachte den Eröffnungstermin in Gefahr.

Hilden. Die Stadt Hilden lässt zwei Blocks der ehemaligen Theodor-Heuss-Schule an der Furtwänglerstraße für 4,2 Millionen Euro in einen Großkindergarten mit sechs Gruppen und 105 Plätzen umbauen. Bei den Abbrucharbeiten ist es zu einem folgenreichen Fehler gekommen, berichtet die Verwaltung im Stadtrat. Mitarbeiter des beauftragten Unternehmen hätten es versäumt, einen Unterzug abzustützen. Er brach unter seiner eigenen Last zusammen. „Glücklicherweise entstand lediglich ein Sachschaden“, so der städtische Gebäudemanager Ralf Scheib.

Architekt Reinhold Scheer hatte in den Detailzeichnungen darauf hingewiesen, dass abgestützt werden muss. Die Zeichnungen lagen auch auf der Baustelle vor, stellt Scheib fest, sind aber offenbar nicht beachtet worden. Das Abbruchunternehmen ist versichert. Ein Sachverständiger habe die Unfallstelle bereits begutachtet und bestätigt, dass die Versicherung die Sanierungskosten übernimmt. Die Panne könnte den für 1. August geplanten Bezug dieses Gebäudeteils zwischen drei bis fünf Monate verzögern, teilte Scheib mit.

Architekt Reinhold Scheer sieht das inzwischen deutlich optimistischer: „Wir sind guter Hoffnung, den Terminplan doch halten zu können. Ende Juni soll das Gebäude bezugsfertig sein.“ Damit dürfte Dezernent Sönke Eichner und Noosha Aubel, Leiterin des Amts für Schule, Jugend und Sport, ein Stein vom Herzen fallen. Denn die 32 Plätze für Kinder unter drei Jahren und die 73 Plätze für Drei- bis Sechsjährige werden dringend gebraucht. Die Stadt kann zurzeit nur mit Überbelegungen den Rechtsanspruch der Eltern auf eine Betreuungsplatz für ihr Kind erfüllen. Seit fünf Jahren steigt die Zahl der Kinder in Hilden an. Ende 2015 lebten 1374 Kinder unter drei Jahren in Hilden. Auch die Zahl der Betreuungsplätze wuchs mit auf aktuell 505. Das entspricht einer Versorgungsquote von 55,31 Prozent. Immer mehr Eltern möchten ihre Kinder unter drei Jahren betreuen lassen, berichtet Aubel: „Ich bin zuversichtlich, dass wir alle Elternwünsche erfüllen können, entweder mit einem Kita-Platz oder einer Tagespflege.“ Von den Kindern über drei Jahre (1366) gehen praktisch alle in einen Kindergarten (1411 Plätze). Die Versorgungsquote liegt hier bei 99,49 Prozent.

Zum 1. August soll die neue inklusive Kita „Nordlichter“ an den Start gehen. „Ziel ist es, die Überbelegungen durch 73 weitere Plätze (für Drei- bis Sechsjährige) um mindestens 50 Prozent zu reduzieren, so Noosha Aubel. Der Rat hat die Freizeitgemeinschaft für Behinderte und Nichtbehinderte als Träger der „Nordlichter“ ausgewählt. Weil der gemeinnützige Verein mehr finanzielle Förderung vom Land bekommt als die Stadt Hilden.