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Mike Dörflinger: „Das Spielmobil ist mein Baby“

Mike Dörflinger: „Das Spielmobil ist mein Baby“

Von Anfang an ist Mike Dörflinger mit dem Fahrzeug unterwegs — jetzt wird ein neues angeschafft.

Hilden. Seit 16 Jahren fährt das städtische Spielmobil durch Hilden. Das Fahrzeug ist inzwischen in die Jahre gekommen und soll durch ein neues ersetzt werden. Die WZ sprach mit Mike Dörflinger über die Einsätze des Spielmobils, die er von Anfang an begleitet hat.

Herr Dörflinger, können Sie sich noch an die Anfänge des Spielmobils erinnern?

Mike Dörflinger: Ja, ich bin seit dem ersten Tag dabei. Das Spielmobil ist mit mein „Baby“. Die Idee ist 1996 entstanden. Ich arbeitete damals in einem Jugendtreff in Hilden, dem Kleefer Hof. Wir wollten mehr dahin gehen, wo Kinder und Jugendliche sind, ein mobiles Spielangebot im Stadtteil schaffen. Bei den ersten Einsätzen 1997 sind wir im Hildener Osten von rund 100 Personen mit Kaffee und Kuchen empfangen worden. Die haben sich gefreut, dass endlich was los ist.

Wie ging es dann weiter?

Dörflinger: Nach der Pilot-Saison 1997 mit zehn Einsätzen haben wir etwa 600 Bögen von Eltern und Kindern zu den Einsätzen ausgewertet. Das Ergebnis war deutlich: So was muss es regelmäßig geben. Also wurde ich ab 1998 zum hauptverantwortlichen Spielplatzbeauftragten für das Spielmobil und sollte regelmäßig diese Einsätze anbieten. Meine Kinder fanden das Spielmobil toll, sie kamen hin und wieder auch zu den Einsätzen und konnten mitspielen.

Der Erfolg hält ja an.

Dörflinger: Wir haben eine enorme Nachfrage. 2012 war wieder eine sehr gut besuchte Saison, trotz der zum Teil schlechten Wetterverhältnisse. Zu 28 Einsätzen sind insgesamt 3280 Kinder, 171 Jugendliche und 1860 Erwachsene gekommen. Wir vermieten das Spielmobil auch an Wochenenden, bei vielen Veranstaltungen ist es immer gefragt. Immer wieder kommen auch Anfragen aus Nachbarstädten, die müssen wir aber ablehnen. Das Spielmobil ist ein Angebot der Hildener Jugendförderung — für Hildener Kinder und Familien.

Mittlerweile gibt es das Angebot seit 16 Jahren. Was hat sich im Laufe der Zeit verändert?

Dörflinger: Die Bekanntheit ist gestiegen. Heute gehen die Kinderarme hoch, wenn der Bus vorbeifährt, die Menschen winken. Das Angebot ist umfangreicher geworden: Wir haben mehr Spielmaterialien, großflächige Spielgeräte, grillen und bieten Getränke und Eis an. Auch der Auftritt ist professioneller, mit Flyern, Internetauftritt und Rundbriefen.

Haben sich denn auch die Kinder verändert?

Dörflinger: Es ist auf jeden Fall eine Weiterentwicklung dabei. Im Zeitalter des Computerspiels bringt das Spielmobil die Kinder dazu, nicht nur auf der Couch zu sitzen und an der Konsole zu zocken, sondern sich zu bewegen. Spielen in Echtzeit. Viele Kinder stehen bei uns das erste Mal auf einer Hüpfburg.

Das Fahrzeug ist aber mittlerweile in die Jahre gekommen.

Dörflinger: Wir haben 1999 den VW-Bus bekommen, damals schon gebraucht. Der Bus war ein altes Baustellenfahrzeug, mit Einbruchschaden, ohne Anhängerkupplung. Aber ich war dankbar, ihn zu haben. Er ist soweit auch noch in Ordnung, deckt allerdings nicht mehr den Bedarf ab, weil im Laufe der Jahre auch neue Spielgeräte und Spielzeug hinzugekommen sind.

Trotzdem ist das Geld für einen neuen Bus im städtischen Haushalt für das laufende Jahr eingeplant.

Dörflinger: Es ist üblich, dass die Stadt Gerätschaften nach einer bestimmten Zeit ersetzt. Was es für ein Modell wird, steht noch nicht fest, das wird ausgeschrieben. Es soll aber nach Möglichkeit ein großer Transporter mit Kofferaufbau werden, vom Volumen her größer als der alte Wagen, damit auch alles Spielzeug hineinpasst. Dann wird vieles einfacher für uns. Die Bestellung erfolgt über den Bauhof. Wann wir den Bus in diesem Jahr bekommen, hängt dann auch von der Lieferzeit ab. Wann der erste Einsatz damit stattfinden wird, ist noch nicht absehbar . . .

Wird das neue Spielmobil denn auch so bunt wie das alte?

Dörflinger: Ich hätte es gern wieder bunt, am besten wie das aktuelle Fahrzeug — aber einen Neuwagen direkt zu besprühen, damit tue ich mich schwer. Vielleicht können die alten Motive fotografiert und als Folien auf den neuen Wagen aufgebracht werden. Das ist allerdings ein Kostenfaktor. Vielleicht finden wir ja einen Sponsor dafür. Bunt soll er aber auf jeden Fall wieder werden, mit dem entsprechenden Wiedererkennungseffekt.