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Malteser schützen sich mit neuen Helmen gegen Angriffe

Haan : Malteser müssen sich vor Angriffen schützen

Die Jahresspende der Sparkassen-Rentner geht an den Haaner Malteser Hilfsdienst.

An diesen Einsatz im vergangenen September können sich alle Rettungskräfte noch besonders gut erinnern: Damals gingen plötzlich 20 junge Männer bei der Haaner Kirmes abends in der Nähe des Autoscooters aufeinander los. Bei der Prügelei seien Messer, Schraubenzieher und Reizgas zum Einsatz gekommen (Die WZ berichtete)

Nach dem Notruf rückten die Beamten mit starken Kräften an, um die beiden rivalisierenden Gruppen zu trennen. Inmitten dieses Tumults versuchten Rettungskräfte, sich um die Verletzten zu kümmern. Denn insgesamt acht Menschen erlitten wegen des Gases Reizungen der Atemwege und Augen, darunter ein unbeteiligtes elfjähriges Mädchen. Zwei Verletzte kamen sogar ins Krankenhaus. Die übrigen wurden vor Ort vom Rettungsdienst betreut – und dessen Mitarbeiter wurden dabei mehrfach bedroht, behindert und beschimpft.

Die Malteser-Retter wurden behindert und beschimpft

Thomas Körblein erinnerte jetzt noch einmal ganz bewusst an den Vorfall vom vergangenen September. Der Vorsitzende der Haaner Ortsgruppe im Malteser Hilfsdienst war zu Gast in der Stadt-Sparkasse, um eine großzügige Spende der Sparkassen-Rentner entgegenzunehmen.

Die hatten, wie bereits in den vergangenen fünf Jahren, auf Weihnachtsgeschenke verzichtet und das Geld an einen von ihnen ausgewählten Verein der Region vergeben, in diesem Fall die Malteser. Für die 1250 Euro werde er zehn Schutzhelme anschaffen, verkündete Körblein und erläuterte dann, dass diese in Zeiten zunehmender Aggressivität gegenüber Rettungskräften immer wichtiger seien.

„Früher konnten wir uns bei unseren Fortbildungen immer auf Erste Hilfe konzentrieren“, berichtete der Malteser-Chef. Heute rede man immer öfter über Deeskalations-Strategien und Selbstverteidigung Eine Tendenz, die auch die Feuerwehr Haan bestätigt: „Es geht dabei weniger um tatsächliche körperliche Angriffe“, erläutert der stellvertretende Feuerwehrchef Mirko Braunheim: „Aber mit Anfeindungen und Beschimpfungen haben auch wir es vor allem im Rettungsdienst immer wieder zu tun.“

Eine Videokampagne für mehr Respekt gegenüber Einsatzkräften von Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei hatte erst im Oktober vergangenen Jahres in Dortmund eine emotionale Premiere.

Dabei ging es nicht um hollywoodreife Blaulicht-Szenen, sondern um die harte Realität im Alltag: Etwa, wenn Retter nach einem Verkehrsunfall verletzte Personen aus einem Wrack befreien und zeitgleich uneinsichtige Gaffer im Vorbeifahren die Kamera draufhalten. Aber auch dann, wenn Polizisten im Einsatz massive Gewalt erfahren.