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Lindenstraße Hilden: Sechs von sieben WGH-Häusern verkauft

Hilden : WGH verkauft sechs von sieben Häusern

Die Reihenhäuser auf städtischem Grund kosten ab 500.000 Euro aufwärts. Das hat der Stadtrat so festgelegt – auch, dass sie nicht jeder erwerben kann. Das machte die Vermarktung nicht gerade einfach.

Im Auftrag der Stadt errichtet die städtische Wohnungsbaugesellschaft WGH sieben Reihenhäuser entlang der Lindenstraße. „Sechs von sieben Häusern sind verkauft“, bestätigt Geschäftsführer André von Kielpinski-Manteuffel: „Das letzte ist reserviert.“ Von außen seien die Eigenheime fertig (abgesehen von den Außenanlagen). Aktuell werde innen ausgebaut. Im Herbst sollen alle sieben Eigenheime fertiggestellt sein.

Die Häuser stehen auf städtischem Grund und Boden. Früher stand dort eine Sporthalle, hinter ihnen erstreckte sich das Gelände der Albert-Schweitzer-Schule. Der Stadtrat hat detailliert festgelegt, wer die Häuser zu welchen Konditionen erwerben darf. Sie werden nur an Hildener nach einem ausgeklügelten Punkte­sytem vergeben. Zudem war der Grundstückspreis vorgegeben. 450 Euro pro Quadratmeter erscheint vielen als ziemlich „happig“. Er entspricht aber dem Bodenrichtwert. Er liegt in Hilden zwischen 405 und 540 Euro pro Quadratmeter für mittlere Wohnlagen. Im städtischen Haushalt fehlen viele Millionen. Deshalb wollte die Ratsmehrheit öffentliches Grundeigentum nicht verschenken.

KfW-55-Standard kostet den Erwerber zusätzliches Geld

Auch die Bauweise war vom Rat vorgeben: KfW-55. Das ist sicher nachhaltig, kostet die Erwerber aber wieder zusätzliches Geld. Dies alles führt dazu, dass die sieben Reihenhäuser am Ende zwischen 505 000 und 580 000 Euro kosten. Eine aktuelle Untersuchung der Landesbausparkasse hat für neue Reihenhäuser in Hilden einen Durchschnittspreis von 460 000 Euro ermittelt, zehn Prozent mehr im Vergleich zum Vorjahr. Rückblick: Ziel war, auf dem Schulgelände bezahlbares Wohnen zu ermöglichen. Allein mehr als sieben Jahre haben Politik und Bürger über die Bebauung diskutiert und gestritten. Bei der ersten Offenlage 2013 brachten Bürger 384 Einwände vor, bei der zweiten 2014 waren es 151. Dann nahm Deutschland 2015 innerhalb kürzester Zeit eine Million Flüchtlinge auf. Die alte Hauptschule wurde auf Bitten der Bezirksregierung Düsseldorf zu einer Notunterkunft des Landes. Das Bauprojekt war blockiert. Dann wollte die Politik die sieben Reihenhäuser preisgünstig an eine Bauherrengemeinschaft abgeben. Dafür fanden sich aber nicht genug Erwerber. Also übertrug die Stadt notgedrungen die Grundstücke an ihre Wohnungsbaugesellschaft. Sie sollte die sieben Reihenhäuser errichten und verkaufen. Das war leichter gesagt als getan. Die WGH musste musste quasi bei Null anfangen. Erst einen Architekten finden, der einen Entwurf lieferte, dann einen Generalunternehmer, der die Häuser gut und günstig ­errichtete.

So gingen mehr als zehn Jahre ins Land. Und jedes Jahr sind die Baupreise zwischen drei und fünf Prozent gestiegen. Auch das erklärt die Kaufpreise für die sieben Reihenhäuser von mehr als 500 000 Euro.

Zwei Grundstücke auf dem Schweitzer-Areal übertragen

Quasi als „Ausgleich“ hat der Stadtrat der WGH zwei Grundstücke auf dem Schweitzer-Areal hinter den Reihenhäusern übertragen. Dort soll die WGH zwei Gebäude mit 18 Sozialwohnungen (zwei bis vier Zimmer) errichten – zu 100 Prozent öffentlich gefördert. Der Förderbetrag wurde erhöht und liegt bei 1950 Euro pro Quadratmeter, die Bewilligungsmiete bei 6,20 Euro kalt.